Summa Summarum

18. August 2016

Summa Summarum


Geldserie: Euromünze weich

 

„Bei Geburt voller Fehler“
Nobelpreisträger Stiglitz will Euro-Ende

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Nobelpreistraeger-Stiglitz-will-Euro-Ende-article18437426.html

 

Platzt die Aktienblase?
Soros setzt eine Milliarde auf Crash

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Soros-setzt-eine-Milliarde-auf-Crash-article18437531.html

 

Bernecker

 

Hans A. Bernecker: China!
Das Land mit den meisten Einwohnern der Welt (vielleicht hat Indien mehr) ist das letzte unter den großen Industrieländern, das zum Angriff bläst.
Trump und Clinton bewegen in den nächsten Wochen mit ihren Programmen die Welt. Was davon effektiv umgesetzt wird, lässt sich noch nicht voraussagen. Denn nirgends wird mehr gelogen als vor einer Wahl und nach einer Jagd.
China hat weitaus mehr Instrumente in der Hand als alle Regierungen anderer Länder gemeinsam. Es ist keine Demokratie, sondern die Diktatur einer Partei, worunter sich die Europäer eigentlich nichts vorstellen können. Noch nicht einmal die Vergleiche mit Moskau bis 1990 lassen sich anfügen. Als Beispiel:
Alle Volkswirte der Welt halten China und die Chinesen für überschuldet. Eine gewaltige Immobilien-Blase ist statistisch erwiesen, doch was ist sie wert? Ein Blick zurück ist nötig, um dies zu verstehen:
Die Chinesen weisen die höchste Sparquote der Welt auf, soweit Daten vorliegen zwischen 45 und 55 % des monatlichen Einkommens, was völlig unwahrscheinlich klingt. Sie sparen wirklich wie die „Teufel“.
Für Chinesen gilt seit Jahrtausenden als einziges Investmentgut, was er sich vornehmen kann, Haus, Hof oder Land. Keine andere Alternative ist greifbar. Ein Chinese kauft eine Wohnung oder ein Haus nicht für sich, sondern für seine Familie für die nächsten 100 Jahre und mehr. Er akzeptiert so gut wie jeden Kredit, um dieses Investitionsobjekt in Besitz zu bekommen. Der Versuch vor drei Jahren, Chinesen zu Aktionären zu machen, ging bekanntlich kräftig daneben.
Denn Aktien sind für Chinesen wie Jetons im Kasino, also Spielmaterial. Es wird noch sehr lange dauern, bis sie Aktien als dauerhafte Kapitalanlage betrachten. Dennoch wird die Breite dieses Marktes schrittweise zunehmen.
In China spielt der Kredit mithin eine andere Rolle als in Europa oder den USA. Auch in den Bilanzen der Banken und vor allem der Schattenbanken. Für Letztere gibt es keine Statistik, keine Aufsicht oder sonstige Regularien. Zinsen von 20 % sind eher die Regel, obwohl die offiziellen Zinsen auf dem Niveau zwischen 3,5 bis 8 % angesiedelt sind, wofür es ebenfalls keine statistischen Vergleiche zu Europa gibt. Zum Dritten:
Die chinesischen Währungsreserven haben sich von 4 auf 3,3 Bio. Dollar (umgerechnet) reduziert, aber erreichen damit immer noch fast 45 % der Wirtschaftsleistung des Landes pro Jahr. Eine Ausweitung der Kredite ist fast unbegrenzt möglich, wozu zum Vierten gehört:
Die Regierung kann jedem Kredit ein Investment-Objekt vorschreiben oder umgekehrt an der Qualität der Investition den Kreditbetrag festlegen.
Das ist die Ausgangslage nach vier Jahren latenter Labilität der Wirtschaft und einem jährlichen Wachstum von rund 6,3 %. Allein diese Zahl ist phantastisch genug. Alle Europäer und Amerikaner bringen es auf gerundet 2 %.
Die Regierung verkündete soeben ein Konjunkturprogamm. Was genau geplant ist, wird demnächst bekannt gegeben. Die Chinesen sind keine Ideologen mehr, sondern Pragmatiker, die in den Kategorien Macht und Größe sowie Marktdominanz denken. Nichts wird laut Tao durchgesetzt, sondern jeweils möglichst so angepasst, dass der größte Vorteil zu nutzen ist. Auch das ist für die Europäer und Amerikaner eher selten. Im Westen muss sich jedes Unternehmen selbst durchsetzen, um Erfolg zu haben.
Die chinesische Börse zeigt zurzeit den interessantesten Ansatz zu genau dieser Perspektive: Zunehmend Unabhängigkeit vom Ausland, sowohl Ex- als auch Import und massiver Ausbau der Inlandsproduktion und des Inlandsmarktes. Die Grundlage dafür sind Löhne, die sich allein in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht haben. Somit sind billig-Produkte „Made in China“ zwar immer noch ein Faktor, allerdings mit sinkender Bedeutung. Das ergibt ein anderes Konjunkturbild mit Langzeit-Charakter.
In China zu investieren, ist wahnsinnig schwer und kompliziert, denn so gut wie keine Zahl stimmt. Sie werden stets geschönt, um der Optik und der politischen Absicht zu genügen. Deshalb ist ein Investment in einer chinesischen Industrie-Adresse ein reines Vabanque-Spiel. In diesem Fall spielt man wirklich und ernsthaft, indem man in Kasino-Aktien investiert. Wie so etwas aussieht, entnehmen Sie dem Chart.
Das ist nun wirklich eine Wette und für jeden offen, der auch schon einmal mit 200 % oder mehr Gewinn spielen möchte. Es gibt drei oder vier solcher Adressen, wir wählen nur eine aus. Viel Glück!
Heute berichtet die FAZ übrigens ebenfalls über das Thema China.

Bernecker1

Bernecker2

 

 

The Counterfactual on QE

The Counterfactual on QE

 

S&P500 2182 (+0,19%), NKY 16512 (-1,4%), HSI 23071 (+1,19%), SHCOMP 3101 (-0,29%), SX5E Future 3004 (+0,73%), EUR/USD 1,1313 (+0,21%), USD/JPY 99,86 (+0,42%), USGov10Y 1,5372% (-0,77%), Gold Spot 1353 (+0,34%), Brent 49,66 (-0,38%)

USA
· Laut den Fed Minutes von Juli sind Zinserhöhungen ab September möglich, allerdings warte man einen stärkeren Konsensus und weitere Daten ab. WSJ – 17.8.16
· US-Präsidentschaftskandidat Trump baut angesichts sinkender Umfragewerte und Kritik aus der eigenen Partei sein Wahlkampfteam um. RTRS – 17.8.16
· US Fed-Präsident Bullard ist der Meinung, dass der Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung nicht von hoher Relevanz sei. RTRS – 17.8.16
· Vertreter der Fed scheinen sich einig zu sein, dass unabhängig von zukünftigen Zinsentscheidungen die Inflation keine größere Gefahr darstellt. BBG – 17.8.16
· AT&T (T) gab bekannt in Zukunft Überschreitungsgebühren für einen zu hohen Datenverbrauch zu kürzen. CNN – 17.8.16
· Cisco (CSCO) entlässt 7% seiner Belegschaft, Einsparungen werden in neue Geschäftsideen investiert. BBG – 17.8.16
· USA: FOMC Hopes for More Convincing Inflation Upturn GS – 17.8.2016
· Heutige Makrodaten: Initial Jobless Claims, Philadelphia Fed Survey, Leading Indicators

ASIEN/EM
· Die Immobilienpreise in China sind im Juli marginal stärker gestiegen als im Vormonat und legten saisonbereinigt um +0,9%mom zu (+8,3%yoy), während sie im Juni um +0,8%mom (+7.8%yoy) gestiegen waren. GS – 18.8.16
· Japan: Der Handelsbilanzüberschuss des Landes lag im Juli bei +JPY513.5Mrd und war damit den zweiten Monat in Folge positiv. Dabei fiel aufgrund gesunkener Importpreise der Wert der Importe (-24,7%yoy) stärker als der Wert der Exporte (-14,0%yoy). GS – 17.8.16
· Berichten zufolge signalisiert Saudi Arabien eine Ausweitung seiner Ölproduktion im August auf ein neues Rekordhoch. Die Ausweitung liegt damit zeitlich kurz vor den im September geplanten Gesprächen der größten Ölexporteure über eine Fixierung der Ölpreise. RTRS – 17.8.16
· Die Arbeitslosenquote in Australien sank im Juli um -10Bp auf 5,7% und fiel damit mit leicht besser aus als erwartet (vs. cons 5,8%). Der Rückgang war dabei allerdings vor allem durch neugeschaffene Teilzeitstellen getrieben. GS – 18.8.16
· Aktivitätsindikatoren in Russland fielen im Juli überwiegend schwächer aus als erwartet. So sank die Industrieproduktion um -0,3%yoy (vs. cons +0,8%yoy), die Einzelhandelsumsätze um -5,0%yoy (vs. cons -5,7%yoy) und die Reallöhne stiegen um +0,6%yoy (vs. cons +1,0%yoy). Das BIP für 2Q16 fiel mit -0,6%yoy etwas besser aus als erwartet (vs. cons -0,8%yoy). GS – 17.8.16
· Der frühere ukrainische Premierminister sprach sich bei einem Treffen mit NATO-Partner für eine Aufrechterhaltung der Sanktionen gegenüber Russland aus und führte den Nachbarstaat als alleinigen Verursacher der gesteigerten Gewalt im Land auf. FT – 17.8.16
· Der chinesische Computerhersteller Lenovo (992) erzielte in 1Q16 ein um 64% gesteigertes Nettoergebnis und lag damit über den Erwartungen. RTRS – 18.8.16
· Heutige Makrodaten: Chile Current Account Balance/GDP, Russland Notenbankreserven, Japan Reuters Tankan Index

EUROPA
· Volkswagen (VOW): Ein Zulieferer versorgt Volkswagen nicht mehr mit Getriebeteilen und ein anderer nicht mehr mit Sitzbezügen, was zu Engpässen in der Produktion führt. HB – 17.08.16
· Bayer (BAYN): Monsanto gewährt laut Reuters selektiv Zugang zu vertraulichen Informationen, allerdings gibt es weiterhin kein Vertraulichkeitsabkommen. FNZ – 17.08.16
· Medivation (MDVN) hat laut BBG Hinweise auf ein Kaufinteresse von Sanofi, Pfizer, Celgene, Gilead und vor allem von Merck. BBG – 18.08.16
· Zooplus (ZO1) hebt die Umsatzprognosen auf mindestens €900Mio an (vorher €875Mio), verbleibt bei der Vorsteuer Prognose von €14-18Mio. BBG – 18.08.16
· Nestle (NESN): 1H Organisches Umsatzwachstum 3,5% vs consensus 3,7%, Umsatz CHF43,2Mrd vs consensus CHF43,3Mrd, operatives Handelsergebnis CHF6,6Mrd vs consensus CHF6,57Mrd. Bestätigt den FY 16 Ausblick. BBG – 18.08.16
· Swisscom (SCMN): 2Q Netto Income CHF424Mio vs consensus CHF371Mio, Ebitda CHF1,15Mrd vs consensus CHF1,07Mrd. Bestätigt den FY 16 Ausblick. BBG – 18.08.16
· NN Group (NN): 2Q Netto Income €335Mio vs FactSet €185,3Mio, Operatives Ergebnis aus laufender Tätigkeit €321Mio vs FactSet €277,5Mio, SII 252% vs consensus 231%. BBG – 18.08.16
· Raiffeisen (RBI): 2Q Netto Zinseinkommen €738Mio vs consensus €733Mio; F&C Income €372Mio vs consensus €358Mio. Keine Veränderung des Outlooks. BBG – 18.08.16
· European Economics Daily: The French Presidential election – So far, and yet so near GS – 17.08.16
· Heutige Makrodaten: 10.30 CET UK Retail Sales (consensus +3.6%yoy), 11.00 Euro area Construction and Harmonised CPI (GS +0.2%) und Core CPI (GS +0.9%); 13:30 ECB accounts.

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag! Have a nice day!

 

 

 

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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