Summa Summarum

31. Mai 2016

Summa Summarum


MuellerVeith 24024

 

DNCA

Die Märkte

Im Rahmen eines von einer großen angelsächsischen Finanzinstitution in China ausgerichteten Seminars nutzte deren Präsident das folgende englische Akronym, um die an den Märkten herrschende Instabilität zu beschreiben: FOCBT.
Diese fünf Buchstaben stehen für die Volatilitätsquellen und weiteren Themen, die in den kommenden Monaten unsere Aufmerksamkeit beanspruchen werden. FOCBT sind die Anfangsbuchstaben von FED, OIL, CHINA, BREXIT und TRUMP.
FED: Das größte Risiko (oder auch die größte Chance) für die Anleihen- und Aktienmärkte besteht in einer schnelleren Anhebung der Leitzinsen in den Vereinigten Staaten. Diese Normalisierung würde sicherlich das Ende der 2008 begonnenen Krise und die Läuterung nach den zurückliegenden geldpolitischen Exzessen bedeuten.
OIL: Der Ölpreis hat sich seit seinen Tiefstständen annähernd verdoppelt. Allmählich schmilzt das Überangebot ab, während die Nachfrage anhält. Manch einer führt schon jetzt (!) das Wort vom Ölschock im Mund und sagt einen steilen Preisanstieg voraus. Die Stabilisierung eines Rohstoffpreises ist immer eine gute Nachricht, da sie es den Anbietern erlaubt, ihre Investitionsprogramme längerfristig auszurichten. Dies setzt jedoch voraus, dass die Stabilisierung anhält.
CHINA: Dort waren wir vergangene Woche. Es gibt wohl nichts, was über das Reich der Mitte nicht schon geschrieben oder gelesen worden wäre. Die ins Stocken geratene Konjunktur, die strukturellen Anpassungen und die Bekämpfung der Korruption bestimmter hoher Beamter sind in aller Munde, wobei die Äußerungen der privaten wie öffentlichen Wirtschaftsbeteiligten jeder Couleur ebenso vielfältige wie überraschende Grade an Hellsichtigkeit verraten. Die Wirkung der letzten geldpolitischen und regulatorischen Unterstützungsmaßnahmen verpufft allzu schnell. Das wahnwitzige Tempo der Verstädterung des Landes stellt die größte demografische, bauliche, wirtschaftliche, soziale und umweltpolitische Herausforderung in der Geschichte der Menschheit dar. Auf den Schultern der chinesischen Führung lastet eine schwere Verantwortung globalen Maßstabs.
BREXIT: In der Finanzwelt mag trotz der noch immer unentschiedenen Umfrageergebnisse noch niemand so recht an einen Alleingang glauben, so kompliziert wäre die Lage der Briten, wenn sie ihren Austritt aus der Europäischen Union organisieren müssten. Sollte das Brexit-Lager bei der Abstimmung obsiegen, wäre das somit eine kleine Katastrophe. Nun darf man die EU nicht mit dem Euroraum verwechseln. Das Risiko einer Ansteckung und eines Übergreifens der Europaskepsis auf andere Völker unseres krisengeschüttelten Kontinents ist jedoch nicht zu unterschätzen.
TRUMP: Gemeinsam mit seinem demokratischen Widersacher Sanders hat der republikanische Präsidentschaftskandidat für turbulente Vorwahlen gesorgt und die Debatten mit unkonventionellen, mitunter wahnwitzigen und oft schlicht grotesken Standpunkten angeheizt – für die Medien ein gefundenes Fressen. So lauten jedoch die ungeschriebenen Spielregeln der Vorwahlen. Und man ist versucht, zu sagen: „Was sich bei den Vorwahlen abspielt, bleibt auch auf die Vorwahlen beschränkt.“ Die Amerikaner scheinen es jedoch ernst zu meinen und auf dem besten Weg zu sein, ihre Wut zum Thema zu machen und womöglich auf extreme Positionen zu setzen, um den Eliten und den Kennedys, Bushs und vielleicht auch Clintons eins auszuwischen – jenen politischen Dynastien, die zwar zum amerikanischen Wachstum beigetragen, dabei jedoch die soziale Pyramide verzerrt und damit die Ungleichheiten verstärkt haben.

All diese Themen sind nicht neu. Sie zu einem einzigen Block zusammenzufassen ermöglicht jedoch einen besseren Überblick über die jetzige Volatilität an den Aktienmärkten, die wider Erwarten in dieser Woche einen Mini-Aufschwung hingelegt haben.

 

NKY 17196 (+0,75%), HSI 20870 (+1,17%), SHCOMP 2894 (+2,55%), SX5E Future 3081 (+0,52%), EUR/USD 1,1133 (-0,04%), USD/JPY 111,24 (-0,11%), USGov10Y 1,872% (+1,13%), Gold Spot 1213 (+0,65%), Brent 49,7 (-0,12%)
USA
Verizon Communications Inc. (VZ) konnte sich mit den 39.000 Festnetz-Technikern nach sechs Wochen Streik auf einen neuen Kollektivvertrag einigen. Das Gehalt der Arbeiter wird über die nächsten vier Jahre insgesamt um +10,9% ansteigen und die Arbeiter werden am Mittwoch wieder zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren. BBG – 30.5.16
Die sechs Vorstände von Viacom (VIA) gaben in einem Brief bekannt, dass sie gerichtliche Schritte einleiten würden, falls der Mehrheitsaktionär Sumner Redstone ihre Absetzung weiter vorantreibe. Sie werfen dem 92-jährigen vor, nicht mehr in der geistigen Verfassung zu sein, um so drastische Änderungen zu beauftragen. CNN – 30.5.16
Alcoa (AA) gab im September den Spinoff von Alumina Ltd. (AWCMY) bekannt, wogegen sich Alumina strikt weigert, da dieser Plan eine substantielle Änderung der Natur, Größe, Fokus sowie Finanzlage für das Joint Venture bedeuten würde. Alcoa hat daher Anklage in Delaware erhoben, um Alumina davon abzuhalten, diese Abspaltung zu verhindern. RTRS – 30.5.16
Heutige Makrodaten: PCE Core Price Index (+0,18%), PCE Price Index (+0,32% mom), Personal Consumption (+0,9%), Personal Income (+0,5%), Personal Spending (+0,9%), S&P Case Shiller Home Price Index (+1,0%), Chicago Purchasing Managers Index (50), Consumer Confidence (95)

ASIEN/EM
Japan: Die Arbeitslosenquote lag im April wie erwartet bei 3,2%. GS – 31.05.16 Die Industrieproduktion stieg im April nur marginal um +0,3%mom, konnte jedoch die Erwartungen übertreffen (vs. cons -1,5%mom). GS – 31.05.16 Des Weiteren fielen die Ausgaben der privaten Haushalte im April mit -0,4%yoy besser aus als erwartet (vs. cons -1,4%yoy). GS – 31.05.16
Die chinesische Zentralbank PBoC setzte am Montag das Fixing des Yuan auf ein 5-Jahres-Tief gegenüber dem USD bei $6,5784 fest und damit 0,45% tiefer als das Freitag-Fixing. WSJ – 30.05.16 Chinas Staatspräsident, Xi Jinping, plädiert für mehr staatliche Unterstützung von chinesischen Technologieunternehmen, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. RTRS – 31.05.16
Aussagen des Generalsekretärs der Liberal Democratic Party zufolge werde Japans Ministerpräsident Abe am Mittwoch eine Verschiebung der geplanten Steuererhöhungen ankündigen. RTRS – 31.05.16 Finanzminister Aso verkündigte am Dienstag, dass Japan weiter am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts festhalten werde, auch bei einer Verschiebung der geplanten Steuererhöhungen. RTRS – 31.05.16
Das Leistungsbilanzdefizit Australiens verbesserte sich in 1Q2016 auf -AUD20,8Mrd lag damit jedoch leicht unter den Markterwartungen (vs. cons -AUD19,3Mrd). GS – 31.05.16 Die Kreditvergabe an den privaten Sektor stieg im April wie erwartet um 0,5%mom bzw. 6,7%yoy. GS – 31.05.16
Die koreanische Industrieproduktion fiel im April um -1,3%mom und blieb damit hinter den Erwartungen zurück (vs. cons -0,3%mom). GS – 31.05.16
In Brasilien ist der Minister für Transparenz, Fabiano Silveira, in Folge einer möglichen Verwicklung in den Bestechungsskandal zurückgetreten. Die Hauptaufgabe war die Bekämpfung von Korruption. WSJ – 30.05.16
In Neuseeland stieg das Geschäftsvertrauen im Mai zum dritten Mal in Folge. Der ANZ Business Outlook Survey stieg um 5,2 Punkte auf 11,3 Punkte. GS – 31.05.16

EUROPA
EU: Die Zukunft der umstrittenen Freihandelsgespräche mit den USA soll Thema beim EU-Gipfel Ende Juni werden. FNZ – 30.05.16
Deutschland: Etappensieg für die Bundesregierung in den Verhandlungen über die Zukunft der Einlagensicherung in Europa: Der niederländische Ratsvorsitz nimmt Rücksicht auf Vorbehalte vor allem aus Deutschland gegen eine Vergemeinschaftung des Sparerschutzes. BZ – 30.05.16
Deutsche Versorger: Das Bundeskabinett will Regierungskreisen zufolge am Mittwoch ein Schlupfloch für die AKW-Betreiber bei der Finanzierung der Atom-Altlasten schließen. RTRS – 30.05.16
Air France (FP): Die chinesische HNA will den Air-France-Caterer kaufen. Bei den exklusiven Verhandlungen gehe es um einen Anteil von 49,99% und die operative Kontrolle von Servair. Den Gesamtwert der Tochter bezifferte Air France mit €475Mio. FNZ – 30.05.16
Deutsche Bank (DBK): Laut NY Post steht das Institut im Fokus bei der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten im US Treasuries Markt. BBG – 31.05.16
Peugeot (UG): Die Peugeot Familie trifft sich heute mit Regierungsvertretern bezüglich einer Veränderung der Aktionärsstruktur. BBG – 30.05.16
Veneto Banca: Der neue italienische Bankenrettungsfonds Atlante will nach Informationen von Reuters das angeschlagene regionale Geldhaus Veneto Banca stützen. HB – 30.05.16
Aryzta (ARYN): Q3 Umsatz €949,8Mio vs. Consensus €952,9Mio. Nordamerika war schwächer als erwartet, Europa und ROW besser.
Heutige Makrodaten: FR CPI (08:45), DE Arbeitslosenzahlen (08:55), EU Arbeitslosenzahlen (11:00)

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag! Have a nice day!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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