Summa Summarum

14. Juli 2015

Summa Summarum


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DNCA

Ausnahmsweise ist in diesem Schreiben von der Lage in Griechenland die Rede. Gezwungen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und von den Partnern, die schon auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet haben, das finanzielle Überleben seines Landes zu erbitten, legte Alexis Tsipras Reformvorschläge vor, die dem ursprünglichen Plan nahe kommen. Diese Vorschläge werden immer noch diskutiert, und zur Stunde, als diese Zeilen verfasst werden, kann niemand sagen, ob eine Einigung gefunden wird, denn das Vertrauen der Europäer in Alexis Tsipras wurde durch das Referendum angeschlagen. Die Europäer verlangen, dass die Reformgesetze sofort verabschiedet werden, weil sie immer noch den Verdacht hegen, dass Griechenland diese gar nicht umsetzen will. Geteilter Meinung sind sie zudem über einen potenziellen Grexit. Wenn auch die Europäer mehrheitlich intuitiv und gefühlsmäßig Griechenland innerhalb der wirtschaftlichen und politischen Grenzen der „griechisch-römischen“ Zivilisation behalten möchten, wollen sie deswegen ein Griechenland mit einem von Etatismus gefärbten politischen Entwurf, einem aus dem Ruder laufenden Staatshaushalt und Überschuldung?
Die Märkte sind noch nicht allzu sehr in Panik verfallen. Der Euro hat sich bei etwa 1,10 gegenüber dem Dollar stabilisiert, und die Zinsen (ausgenommen die griechischen) halten sich im Zaum. Doch bei (schlechten) Nachrichten über einen Grexit könnten sie durchaus langsam sinken. Außerdem sollte Europa nicht wieder Angriffsflächen für Kritik von außen (insbesondere von angelsächsischer Seite) bieten, die seinen Fortbestand, seine Einheit und seinen Integrationsprozess in Frage stellt. Die politische Botschaft, die in den nächsten Wochen vermittelt wird, wird entscheidend sein, ob es zum Grexit kommt oder nicht. Das Funktionieren der Kollektive beruht auf drei Eckpfeilern: dem Willen (Gemeinsames zu unternehmen), dem Sicherheitsbedürfnis (sich in einem bekannten geografischen und rechtlichen Raum geschützt zu fühlen) und der Frage der Legitimität (Vertrauen in die Kompetenz derer, in deren Händen das Schicksal der Nationen liegt). Seit 2011 sind die europäischen Politiker mühsam darauf bedacht, diese drei Pfeiler aufzubauen. Sie bieten dem Gegenwind durch den wieder aufkeimenden Populismus die Stirn, dem die schlechteren Wirtschaftslage und eine unausgewogene Demografie Vorschub leisten. Weiter gestärkt werden muss die fiskalische Integration zwischen den Mitgliedern, die die Spielregeln (und ihre Partner) respektieren. Und der Weg zu einem Wachstum, von dem die Mehrheit profitieren kann, muss durch die Abstimmung von politischem und demokratischem Handeln mit den neuen heute zur Verfügung stehenden Instrumenten aufgezeigt werden. Dieser Weg ist ehrgeizig, komplex und riskant, aber sicherlich der einzig mögliche.
In China, der anderen Ursache für Kopfzerbrechen bei den Anlegern, wurde das Platzen der Bewertungsblase bei chinesischen Aktien durch die Maßnahmen der Regierung eingedämmt. Dort ist es durch die Reglementierung von Margin-Calls, das Einfrieren von Börsengängen und das Verkaufsverbot für bestimmte Pensionsfonds gelungen, das Vertrauen einstweilen wiederherzustellen und den Markt zu stabilisieren. Diese Talfahrt hat auch die anderen asiatischen Märkte mitgerissen.

BV: Man mag sich das planwirtschaftliche Verhalten auch an unseren Börsen wünschen, würde es doch eine Investition am Aktienmarkt berechenbarer machen – die Realität bliebe dabei allerdings auf der Strecke!

 

Dancing on the Ceiling

http://www.ritholtz.com/blog/2015/07/here-comes-the-debt-ceiling/

 
USA
· Der US-Markt schloss am Montag, getrieben durch die Einigung mit Griechenland, im Plus bei 2100 Punkten (S&P: +1,1%).
· Das Haushaltsdefizit in den USA erreicht den niedrigsten Stand in 7 Jahren und ist fast 20% niedriger als im Vorjahr. WSJ – 13.7.15
· Das chinesische Staatsunternehmen Tsinghua Unigroup (FSINGZ) plant Micron (MU) für $23Mrd zu übernehmen. HB – 14.7.15
· Platform Specialty Products kündigt an, den britischen Rivalen Alent für €1,9Mrd zu übernehmen und zahlt damit einen 49%igen Aufschlag auf den Schlusskurs von Freitag. HB – 13.7.15
· Jarden Corporation möchte die Waddington Group für $1,35Mrd übernehmen (Genehmigung steht noch aus) um damit ihr Portfolio zu erweitern und ihre Vertriebsplattform im B2B Bereich zu stärken. NYT – 13.7.15
· US Daily: Drilling Down on the Shale Oil Contraction (Pandl). GS – 13.7.15
· Global Markets Daily: Greece clings to the spotlight, as US data & policy, China Vol and Commodities, lean in. GS – 13.7.15
· Heutige Makrodaten (Konsensus): Import Price Index MoM (0,1%), NFIB Small Business Optimism (98,5) und Retail Sales Advance MoM (0,3%)

ASIEN/EM
· Nikkei: +1,3%; Hang Seng: -0,9%; Shanghai: -1,2%.
· China: Die monetären Daten im Juni überraschen den Markt positiv. Das Volumen neuer Kredite beträgt RMB1271Mrd (Cons.: RMB1050Mrd, Mai: RMB901Mrd). GS – 14.7.15
· Die Gesamtinflation in Indien ist mit +5,4% yoy über den Markterwartungen (Cons.: +5,1% yoy). GS – 13.7.15
· Das Wirtschaftswachstum in Singapur liegt im zweiten Quartal 2015 mit +1,7% yoy unter den Erwartungen (Cons.:+2,4% yoy). GS – 13.7.15
· Australien: Das NAB Business Survey zeigt eine solide Verbesserung des Geschäftsklimas. Der Geschäftsklimaindex steigt von 8 Punkten im Mai auf 10 Puntke im Juni. GS – 13.7.15
· Foxconn plant eine aggressive Expansion in Indien, wo bis 2020 12 neue Fabriken gebaut und rund 1Mio Beschäftigte eingestellt werden sollen. (FT)
· EM Macro Daily: India: Gradual pick-up in activity. GS – 13.7.15

EUROPA
· Griechenland: Der deutsche Bundestag soll am Freitag über ein drittes Hilfspaket für Griechenland abstimmen. RTRS – 13.7.15 Am Montag hat Athen eine weitere Zahlung von €456Mio an den IWF nicht geleistet. SD -14.7.15
· Dijsselbloem bleibt für weitere 2 Jahre Chef der Eurogruppe. RTRS – 13.7.15
· Die EZB hat ihre Anleihekäufe beschleunigt und in der Woche bis zum 10.Juli Papiere im Wert von €11,7Mrd gekauft, €0,9Mrd mehr als in den Wochen zuvor. RTRS – 13.7.15
· BMW’s JV-Partner Brilliance warnt vor einem Gewinneinbruch von 40% im ersten Halbjahr. RTRS – 14.7.15
· Thyssen Krupp (TKA) wird sich in Brasilien auf Produktionsverbesserungen konzentrieren und schließt einen Verkauf des brasilianischen Werks vorerst aus. RTRS – 14.7.15
· Deutsche Bank: Die US-Aufsicht prüft, ob Mitarbeiter der Bank in Russland geholfen haben Sanktionen zu umgehen. FT – 14.7.15
· Rocket Internet (RKET) begibt siebenjährige Wandelanleihen in einem Volumen von €550Mio und einem 2,25 bis 3,00 prozentigen Verzinsung um Unternehmensbeteiligungen weiter aufzustocken. HB – 13.7.15
· Kühne & Nagel (KNIN): 2Q: Umsatz CHF4,13Mrd (cons. CHF4,95Mrd), Ebit CHF220Mio (cons. CHF215Mio)
· SEB (SEBA): 2Q: Nettoertrag SEK3,93Mrd (cons. SEK 3,5Mrd), 2Q Nettokreditverluste SEK220Mio (cons. SEK 322Mio), CET1 17.2%
· Lindt & Sprüngli (LISN): 1H: Umsatz CHF 1,41Mrd (cons. CHF1,42Mrd), organisches Umsatzwachstum +9,4%
· Com Hem (COMH): 2Q: Umsatz SEK1,25Mrd (cons. SEK 1,25Mrd) Ebitda SEK583Mio (cons. SEK579Mio)
· European Economics Daily: Shedding some light on German inflation based on regional data GS – 13.7.15
· Heutige Makrodaten: EU Industrieproduktion (Vorperiode 0,1%mom) DE Verbraucherpreise (Vorperiode +0,1%mom), ZEW-Konjunkturerwartungen (Vorperiode 31,5), GB CPI (Vorperiode 0,2%mom)

Grüße aus Kapstadt!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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