Summa Summarum

11. November 2014

Summa Summarum


MuellerVeith 24028

 

Jim O´Neill
„Europa hat schlechte Aussichten“

http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/jim-oneill-europa-hat-schlechte-aussichten/10949536.html

 

„Heftige Abfuhr für Christine Lagarde“, heißt es in allen Zeitungen. Richtig ist: Eine halbe Hundertschaft von Politikern und Ökonomen fiel über die Chefin des Weltwährungsfonds her, weil sie mehr Schulden in Europa gefordert hatte. Doch ausgerechnet Finanzminister Schäuble und Kanzlerin Merkel fehlen im Chor der Kritiker. Manchmal ist es wichtiger, auf die zu schauen, die schweigen.

 

Europe’s Contribution To Global Profits Has Gone Off A Cliff

Read more: http://www.businessinsider.com/markets-chart-of-the-day-november-10-2014-11#ixzz3IkcNBDpr

 

 

 

 

Bernecker

 

Deutschland ist einer der Weltmeister im Export.
Im September wurden 102 Mrd. Euro an Gütern exportiert. Importiert wurde für rund 81 Mrd. Euro. Der Überschuss erreichte ebenfalls einen Rekordwert. Die Überschriften in den Fachmedien lauten dann: „Export boomt – Produktion lahmt“. Der Chef des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel meint zwar, dass die Schwellenländer den kräftigsten Anstieg gebracht hätten, aber insgesamt sei dies alles so vieldeutig, dass er keine Prognose für die Zukunft wagt.
Dem Mann kann geholfen werden: Es gibt glaubhafte Hochrechnungen bis 2030 für die Entwicklung des deutschen Exports nach Regionen aufgeteilt. Das durchschnittliche Wachstum für Asien liegt in der Größe von 7 bis 8 % pro Jahr. Dann folgen Lateinamerika und Mittlerer Osten mit 5 bis 6 %. Schließlich Nordamerika, Australien, Ozeanien mit 2,5 bis 3,5 % sowie Südafrika in gleicher Höhe. Und was ist mit Europa? Ohne Russland sind es knapp 2 %.
Mit 1,22 bis 1,25 Bio. Euro Export in diesem Jahr und unter Berücksichtigung der genannten Zahlen wandert Deutschland in die Richtung von 47 bis maximal 49 % Exportanteil an der Gesamtleistung des Landes. Darüber kann man sich nun freuen oder nicht, aber darauf beruht der Wohlstand des ganzen Landes. Die Nachbarschaft zeigt das Gegenteil. Italien meldet heute einen erneuten Rückgang der Industrieproduktion. Frankreich war in der letzten Woche dran.
Die Abwertung des Euro bewirkt also, wie an dieser Stelle schon früher beschrieben wurde: Für Deutschland dynamisierend, für die anderen ist das Gegenteil der Fall. Daraus entwickelt sich eine Konstellation, die Gegenstand folgender Überlegungen ist:
Ab 1871, dem ersten deutschen Nationalstaat, bis 2001 überholte Deutschland die bis dahin führenden Industrienationen England und Frankreich, was damals vor allem an der Stahl- und Kohle-Erzeugung gemessen wurde. Bis 1914 baute sich eine mehr als spannende Rivalität auf, die in den jeweiligen Medien zu Formulierungen führte, die man sich heute kaum vorstellen kann. Dicke Bücher wurden darüber verfasst, warum diese Aggressivität der Deutschen nicht hinzunehmen sei und es absolut nicht akzeptabel sein könnte, dass die Deutschen sich anschicken, die Märkte dieser beiden Länder in der damals dritten Welt, die eine Kolonialwelt war, vom Markt zu verdrängen. Die Deutschen waren ungeschickt genug, dies mit Pickelhaube und anderen Geräten noch zusätzlich zu befeuern.
Jetzt sind sie wieder dran: Per 2030 wird der deutsche Export, soweit er im Moment schätzbar ist, größer sein als derjenige alle anderen EU-Länder zusammen. Was dann? Die Deutschen sind gut beraten, wenn sie diesen Sachverhalt frühzeitig und diplomatisch gekonnt in ihre Überlegungen einbeziehen. Wenige wissen:
Mit dem genannten Exportanteil rangiert Deutschland weit vor den nächsten drei Spitzenkandidaten: USA mit rund 15 %, China um etwa 22 % und Japan mit ca. 26 %. Die genannten Zahlen sind etwa dubios, weil es keine Statistik gibt. Insbesondere bei den Amerikanern ist es schwierig. Sie unterhalten von ihren eigenen Kapazitäten den größeren Teil im Ausland. Darauf beruht auch der Ärger mit den Finanzbehörden, indem die Gewinne der ausländischen Töchter unversteuert im Ausland auf Konten liegen, die inzwischen bei 3 Bio. Dollar berechnet wurden. Insgesamt ist es jedoch richtig: Für die Amerikaner ist der Export weniger wichtig als das Inlandsgeschäft. Das liegt auch an der Größe des Landes und seiner Struktur.
Die chinesische und japanische Statistik ist gleichfalls etwas unterschiedlich aufgeschlüsselt, aber es bleibt festzustellen: Kein Industrieland ist so ungewöhnlich stark weltweit repräsentiert wie die Deutschen mit ihren Maschinen und Autos. Diese Produkte sind nicht ersetzbar, was gleichfalls die wenigsten wissen. Vereinfacht ausgedrückt:
Wer einmal eine Drehbank von Gildemeister z.B. erworben hat, muss ständig auf diesen Service zurückgreifen und im Fall des Ersatzes bei Gildemeister bleiben, andernfalls kommt die Planung der Produktion aus dem Tritt.
Die Russen kennen dieses Thema am besten: 40 Jahre lang lieferte das Fritz Heckert-Kombinat Chemnitz die Drehbänke für die russische Produktion. Alles war darauf eingerichtet, das metrische System, die Produktionsabläufe etc. Ob sie wollen oder nicht, auf die Japaner oder Chinesen können sie nicht ausweichen. Das geht nur in den Fällen, wo eine völlig neue Produktion irgendwo aufgebaut wird. Das aber ist sehr selten der Fall.
Seit der Wiedervereinigung sind 25 Jahre vergangen. Niemand hat 1989/1990 die besondere Dynamik vorausgesagt, die inzwischen eingetreten ist. Der damalige Bundeskanzler sprach von blühenden Landschaften. Darüber wurde permanent gelächelt oder gelacht. Kein Industrieland Europas hat in dieser Zeit jedoch eine solch nachhaltige Karriere gemacht wie 82 Mio. Deutsche inkl. Migranten. In fünf Jahren sind dann die 30 Jahre um, die zum gleichen Ergebnis führen werden: Deutschland repräsentiert dann ca. 30 % des gesamten Eurolandes als Hersteller von Produkten, die nicht verbraucht, sondern permanent gebraucht werden. Was dann?
Diese Betrachtung sollte jeder in Ruhe noch einmal überdenken, wenn er Fakten in den Medien liest, die merkwürdigerweise gerne heruntergespielt werden und damit ein falsches Bild vermitteln.

 

Star-Ökonom Piketty im Interview
„Ich möchte den Kapitalismus stabilisieren“

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Ich-moechte-den-Kapitalismus-stabilisieren-article13933141.html

 
USA
· Der US-Markt hat am Montag im Plus auf einem neuen Rekordhoch geschlossen und notiert bei 2038 Punkten (S&P: +0,3%). Healthcare (+1,0%), Financials (+0,5%) und Utilities (+0,5%) waren die besten Sektoren, während Energy (-0,8%), Materials (-0,1%) und Cons Disc (+0,1%) hinter der Gesamtentwicklung zurückblieben. Die Volumina lagen -10% unter dem 10-Tages- und -14% unter dem 30-Tagesdurchschnitt.
· Der Anlagefonds von Bill Gross bei Janus Capital (JNS) verzeichnete im Oktober Zuflüsse in Höhe von insgesamt $364 Mio. Das ist allerdings weniger als die Neugelder, die konkurrierende Fonds im gleichen Zeitraum buchten, wie Daten von Morningstar zeigen. WSJ – 10.11.14
· Google (GOOG) wird über die nächsten 60 Jahre einen Teil einer NASA Basis mieten um dort in drei Flugzeughallen Forschungsprojekte im Bereich Flugtechnik, Robotik und Weltraumerkundung durchzuführen. WSJ – 11.11.14
· Rackspace (RAX) hat im dritten Quartal mehr Gewinn erzielt trotz höherer Kosten. Die höheren Kosten wurden durch Umsatzwachstum überkompensiert. Die Aktien stiegen um 3%. WSJ – 11.11.14
· Die Citigroup (C) darf nach einem Gerichtsurteil eine Zinszahlung auf argentinische Anleihen an die Gläubiger auszahlen. HB – 11.11.14
· US Views: Lowflation and the Liftoff. GS – 10.11.14
· US Daily: Trend Productivity Growth: 2% Still Seems About Right. GS – 10.11.14
· Global Markets Daily: Anatomy of a Press Conference: The 1 Trillion Question. GS – 10.11.14
· Die Anleihemärkte sind heute aufgrund des Veteran’s Day geschlossen, der Aktienmarkt ist geöffnet.
· Heutige Makrodaten (Konsensus): NFIB Small Business Optimism (96.0)

ASIEN/EM
· Nikkei: +2,1%; Hang Seng: +0,3%; Shanghai: -0,4%.
· China plant mit einer groß angelegten Initiative neue Handels- und Transportbrücken zwischen China, Zentralasien und Europa bauen. WSJ – 10.11.14
· China will Zollschranken im IT-Handel abbauen. Die USA und andere Länder hoffen, dass China das ITA ratifiziert und somit die Zölle auf einigen IT-Produkten abschaffen muss. HB – 11.11.14
· Der Leistungsbilanzüberschuss in Japan lag im September bei JPY963 Mrd. ($8,1 Mrd) und war damit 61,9% höher als im Vorjahr (Kons.: JPY 532,2 Mrd.). Das Konsumentenvertrauen schwächte sich im Oktober dagegen im dritten Monat in Folge auf 38,9 Punkte ab. (Sept: 39,9). WSJ – 11.11.14 GS360
· Hedgefonds blockieren die Zahlungen auf Argentinien-Anleihen an andere Gläubiger. Die Citigroup darf eine Zinszahlung auf umstrittene argentinische Anleihen an die Gläubiger auszahlen und kann sich dadurch im Schuldenstreit etwas Luft verschaffen, da ihr sonst aufsichtsrechtliche Konsequenzen sowie Strafermittlungen in Argentinien gedroht hätten. HB – 11.11.14
· Nach einem Jahr heftiger Kursverluste hat sich der argentinische Peso jüngst wieder erholt. Die neue Stärke ist dem harten Durchgreifen der Regierung gegen Schwarzhändler geschuldet sowie einer Anleiheemission und einem Währungstausch mit China. WSJ – 11.11.14
· EM Macro Daily: November IP growth may trend back towards the August level because of APEC restrictions. GS – 10.11.14

EUROPA
· Spanien: Nach dem Triumph des “Ja”-Lagers in der symbolischen Volksbefragung zur Unabhängigkeit Kataloniens will Regionalpräsident Atur Mas noch intensiver für die Abspaltung von Spanien kämpfen. “Wir verdienen ein legales Referendum”, sagte er. WSJ – 11.11.14
· Bundeswirtschaftsminister Gabriel hält einen raschen Verzicht auf die Nutzung der Kohle für unrealistisch und will die Entscheidung über das Abschalten einzelner Kraftwerke den Unternehmen überlassen. „Man kann nicht zeitgleich aus der Atomenergie und der Kohleverstromung aussteigen.“ RTRS – 11.11.14
· Deutschland will sich beim bevorstehenden G20-Gipfeltreffen für einen möglichst großen Risikopuffer bei den systemrelevanten Banken einsetzen. Die Bundesregierung strebe eine Quote von 20% an, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. WSJ – 11.11.14
· EZB-Direktor Mersch erwartet weiterhin eine schwache Konjunktur im Euroraum. „Auch Deutschland ist keine Ausnahme mehr“, ergänzte Mersch. HB – 11.11.14
· Italiens Industrie kommt nicht aus dem Konjunkturtal heraus. Die Betriebe drosselten ihre Produktion im September um 0,9 Prozent zum Vormonat und damit deutlich stärker als erwartet, wie das Statistikamt Istat am Montag mitteilte. RTRS – 11.11.14
· Telefonica hat sich durch den Verkauf von China-Unicom-Aktien im Wert von $854 Mio. frisches Kapital für Übernahmen besorgt. Nach Unterlagen, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, verkaufte der Telekom-Konzern am Montag etwa die Hälfte seines Anteils an dem Unternehmen, der bislang bei 5% lag. RTRS – 11.11.14
· BP hält ungeachtet der internationalen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise an seinem Russland-Geschäft fest. Der britische Ölmulti habe auch „absolut keine Pläne“ den Anteil von 18,5 % am russischen Rosnet-Konzern zu verkaufen, sagte BP-Chef Robert Dudley am Montag. RTRS – 11.11.14
· Aldi breitet sich in Großbritannien rasant aus: Der Lebensmitteldiscounter kündigte am Montag an, die Zahl seiner Filialen in acht Jahren auf rund 1000 Filialen zu verdoppeln und dafür €600 Mio. zu investieren. WSJ – 11.11.14
· Hochtief 3Q: Umsatz €6,43 Mrd. (Kons. €6,1 Mrd.), bestätigt Guidance für das Gesamtjahr (Nettogewinn bei €225-250 Mio.)
· Henkel 3Q: Umsatz €4,24 Mrd. (Kons. €4,21 Mrd.), adj. EBIT €693 Mio. (Kons. €677 Mio.).
· Heute werden keine wichtigen Makrodaten veröffentlicht.

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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