Summa Summarum

23. September 2014

Summa Summarum


Mandela Rhodes Place

 

Niedrige Inflation im Blick
EZB setzt auf „Unkonventionelles“

http://www.n-tv.de/wirtschaft/EZB-setzt-auf-Unkonventionelles-article13654666.html

 

Unternehmensübernahmen
Wohin nur mit dem ganzen Geld?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/private-equity-wohin-nur-mit-dem-ganzen-geld-13164184.html

 

 

Bernecker

Hans A. Bernecker: La Grande Nation!

Monsieur Valls besuchte heute Berlin und auch die Bundeskanzlerin. Schon die Beobachtung der Pressekonferenz im Kanzleramt war ein heiteres Vergnügen. Die Bundeskanzlerin präsentierte in mühsamen Formulierungen ein paar Sätze, die ihr irgendjemand vorgeschrieben hat, dem es darum ging, auf jeden Fall höflich zu sein. Lauter Sprechblasen, denn in der Tat, es gibt nichts zu sagen.

Monsieur Valls formulierte ebenso vorsichtig, aber deutlich fordernder, was einem Premier der Grande Nation entspricht. Zwischen beiden Ländern/Regierungen wird die Kluft größer und nicht kleiner. Selbst wenn sie wollten, sie könnten nicht anders. Ein Rückblick auf die deutsch-französischen Beziehungen erklärt alles.

Der Präsident persönlich hatte am Donnerstag vergangener Woche schon einmal vorgelegt. Ob er so recht wusste, was er sagte, wissen wir auch nicht, aber so wörtlich: „Die Gefahr für Europa ist die nachhaltige Wachstumsschwäche und der immer noch überbewertete Euro – auch wenn es der EZB inzwischen gelungen sei, den Wechselkurs etwas zu senken.“ Das „Etwas“ erreichte heute bereits 7,6 % gegenüber dem Dollar. Der zweite Satz: „Europa braucht ein umfassendes Programm für Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB, um den Finanzspielraum für Wachstum zu schaffen.“ Aus dem ersten Satz war klar erkennbar, dass es eine Verständigung zwischen Paris und der EZB gibt, den Wechselkurs des Euro gekonnt nach unten zu ziehen. Wie man das macht, weiß Herr Draghi ebenso wie sein Kollege von der Banque de France oder die römischen Chefs der Banca d’Italia.

Ziel der Pariser Institutionen waren bislang 10 %, aber wir hören von 12 bis 15 % als Möglichkeit. Dann lägen wir bei 1,15 Dollar per Euro ohne Verbindlichkeit. Genügt das?

Die EZB verabschiedete bekanntlich mehrere sogenannte Kreditprogramme. Erst gab es ein Paket über 430 Mrd. Euro im Mai. Davon ist nichts mehr zu hören. Der zweite Anlauf nannte sich ABF, ähnlich strukturiert, noch kaum begonnen, aber auch hier ist bereits erkennbar, dass er nicht funktionieren wird oder nur zu geringen Teilen. In der letzten Woche startete die sogenannte Kreditkanone mit einem Angebot über 175 Mrd. Euro, das nur knapp zur Hälfte von Banken angenommen wurde. Insgesamt wusste von vornherein jeder Fachmann: So funktioniert es nicht. Bleibt der Ausweg, wie von Paris gewünscht: Ankauf von Staatsanleihen. Nun wird es schwierig:

La Grande Nation verlangt eine ehrenvolle Behandlung und absolute Wahrung der gallischen Vorstellungen von Stolz, Ehre etc. Das gelang im Verhältnis zu Deutschland fast immer. Ein kurzer Rückblick genügt:

Charles de Gaulle startete grandios. Seine Berater hießen Jacques Rueff und Antoine Pinay. Letzterer war Finanzminister. Aus dem alten wurde der Nouveau Franc, indem zwei Nullen gestrichen wurden. Mit einer Anleihe über 1 Mrd. NF, die nur von Franzosen gezeichnet wurde, wurde die Staatskasse aufgefüllt. Für 15/16 Jahre reichte dies als eine Art Überbrückung.

Davon lebte noch Präsident Pompidou, aber ab 1975/1976 wurde es eng. Der NF musste abgewertet werden, aber wie macht man das, wenn man das Gesicht wahren möchte? Der französische Präsident Giscard d‘Estaing und der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt schauten sich vertrauensvoll in die Augen und handelten über das Wochenende aus:

Die D-Mark wertete um 3 % auf und der Franc um 6 % ab, macht 10 % vom jeweiligen Standpunkt aus gerechnet. Das reichte für weitere Jahre, was demnächst noch darzulegen ist.

Das Ende ist bekannt: Charles de Gaulle startete mit einem Wechselkurs 1 Franc = 1,38 DM. Am Ende des NF am 31.12.1999 war er gerade 37 Pfennig wert.

Wie Berlin den französischen Wünschen entgegenkommen wird, wissen wir noch nicht. Aber die Deutschen werden den Franzosen erneut über deren Krise helfen. Es muss nicht teuer werden, nur angemessen teuer.

Die Italiener werden im Schatten der Franzosen die gleichen Bedingungen auszuhandeln versuchen oder eine Zustimmung erwarten.

Fazit für heute: Die Märkte bestimmen die Tendenzen der Wirtschaft und nicht umgekehrt. Schon der Stammvater aller Kommunisten, Karl Marx, formulierte es in seinem Kapital schon vor, indem er meinte: „ Die Wirtschaft bestimmt die Politik und keineswegs die Politik die Wirtschaft.“ Das haben alle Marx-Jünger permanent falsch verstanden oder umgedreht. Deshalb gingen sie pleite.

Klar ist: Viel Geld bewegt die Märkte, das konnten Sie in den letzten Tagen schon gut nachvollziehen. Und wer denkt dann noch an Ukraine, Nahost, Schotten-Angst oder gar Ebola? Alles sehr schnell vergessen.

 

 

The Ponzi Economy

http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc140922.htm

 

The Myth Of What A Stronger Dollar Means For Stocks

Read more: http://www.businessinsider.com/myth-stronger-dollar-stocks-2014-9#ixzz3E7YNsH6S

 

USA
· Der US-Markt hat am Montag schwächer bei 1994 Punkten (S&P: -0,8%) geschlossen. Gründer hierfür lagen in den schwächer als erwarteten Immobilien-Daten und der Unsicherheit über Chinas Wachstum. Materials (-0,1%), Telecoms (-0,1%) und Cons Staples (-0,2%) waren die besten Sektoren, während Cons Disc (-1,5%), Energy (-1,4%) und Industrials (-1,1%) hinter der Gesamtentwicklung zurückblieben. Die Volumina lagen 24% über dem 10-Tages- und 39% über dem 30-Tagesdurchschnitt.
· Die USA und weitere Verbündete starten Luftangriffe gegen IS in Syrien. WSJ – 23.9.14
· Das US-Treasury Departement verschärft seine Steuerregelungen um zu verhindern, dass Unternehmen ihre Firmenzentrale in Länder mit niedrigerem Steuersatz verlagern. WSJ – 22.9.2014
· NY-FED Präsident Dudley hofft die Zinsen, bei entsprechender wirtschaftlicher Entwicklung, nächstes Jahr anheben zu können. WSJ – 22.9.14
· Apple (AAPL) hat, nach eigenen Angaben, bereits am ersten Wochenende 10 Mio. neue iPhones verkauft. WSJ – 22.9.14
· Spezialisten ist es gelungen den Fingerabdrucksensor des neuen iPhone 6 von Apple (AAPL) zu umgehen. Der Hack funktioniert ähnlich wie bei dem Vorgängermodell und basiert im Prinzip auf dem Abfotografieren des benötigten Fingerabdrucks. FAZ – 22.9.14
· Die Federal Trade Commission (FTC) könnte die geplante Fusion von Sysco Corp. (SYY) und US Foods Inc. aus Kartellrechtlichen Bedenken untersagen. Die FTC untersucht die geplante Fusion seit Monaten und wägt derzeit verschiedene Optionen für das weitere Vorgehen ab. Eine Entscheidung soll innerhalb der nächsten Wochen fallen. WSJ – 22.9.14
· Facebook (FB) soll angeblich nächste Woche der Öffentlichkeit seine neue Werbeplattform präsentieren. Der Schritt soll Facebook helfen Googles Stellung auf dem Markt für Onlinewerbung anzugreifen. WSJ – 22.9.14
· US Daily: Health Inflation: How Low for How Long? (Phillips) GS – 23.9.14
· Heutige Makrodaten (Konsensus): Markit Manufacturing PMI (58,0) und Richmond Fed Manufacturing Index (10,0)

ASIEN/EM
· Die asiatischen Indizes tendierten heute Morgen positiv: Hang Seng: 0,0%; Shanghai: +0,7%; ASX200: +0,9% (7.40Uhr).
· Der von HSBC ermittelte Flash-PMI für das verarbeitende Gewerbe ist im September nach vorläufigen Daten auf 50,5 Punkte geklettert (Kons. 50,0; Aug. 50,2).Dank des unerwarteten Anstiegs holten asiatische Indizes ihre zwischenzeitlichen Verluste wieder auf. WSJ – 23.9.14
· Aktien von chinesischen Immobilienunternehmen bekommen Rückenwind von einem Medienbericht, wonach die Zentralbank Chinas die großen Banken des Landes angewiesen haben soll, die Vergabe von Hypothekenkrediten zu erleichtern. Am Vortag hatten diese noch deutlich schwächer notiert. WSJ – 23.9.14
· Der australische Dollar erstarkt von seinem Siebenmonatstief nach der unerwarteten Expansion im chinesischen Einkaufsmanagerindex. Vor allem die Währungen von Rohstoffexporteuren profitieren. Der Austral-Dollar legt von 0,8875 auf 0,8907 US-Dollar zu, während der Greenback auf 6,1398 Yuan fällt von 6,1404 am Montag. BBG – 23.9.14 WSJ – 23.9.14
· Die Unabhängigkeit der Zentralbank wird in Brasilien zum Wahlkampf-Thema. Ihr gelang es bisher nicht, die galoppierende Inflation in dem südamerikanischen Land unter Kontrolle zu bekommen. WSJ – 22.9.14
· Der japanische Whatsapp-Konkurrent Line hat seinen geplanten Börsengang vorerst abgeblasen – das Unternehmen will sich zunächst auf „die Stärkung der Wachstumsgrundlage“ konzentrieren. Der SMS-Dienst teilte am Montag mit, er werde in diesem Jahr keinen IPO in Japan oder im Ausland vorantreiben. WSJ – 22.9.14
· Die Aktien von Hyundai (-3,1%) und Kia (-1,8%) fallen in Seoul nachdem Arbeitnehmerverbände Streiks ankündigen. BBG – 23.9.14
· EM Macro Daily: Venezuela: is the market sell-off justified? GS – 22.9.14

EUROPA
· EZB-Chef Draghi sieht weiter eine mangelnde Kreditvergabe im Euroraum. Dies liege vor allem an der schwachen Nachfrage nach Krediten, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), am Montag vor dem Währungsausschuss des EU-Parlaments. HB 23.9.14
· Bundeskanzlerin Merkel hat Frankreich für seine Reformen gelobt. Es handele sich um eine beeindruckende Summe von Anstrengungen, sagte Merkel bei einem Besuch des französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls am Montag in Berlin. RTRS – 23.9.14
· Die Deutsche Bundesbank rechnet trotz des ungünstigen außenwirtschaftlichen Umfelds und sinkender Stimmungsindikatoren nicht mit einem abrupten Konjunktureinbruch. In ihrem aktuellen Monatsbericht begründet die diese Einschätzung mit dem immer noch positiven Geschäftsklima, der sehr guten Arbeitsmarktlage und dem relativ hohen Konsum. WSJ – 22.9.14
· Merck stärkt mit der größten Übernahme seiner Firmengeschichte das stabile Zuliefergeschäft für Pharmakonzerne und Forschungseinrichtungen. Für €13,1 Mrd. kauft Merck den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich. RTRS – 22.9.14
· Der Verwaltungsratschef von BNP Paribas, Baudouin Prot, befindet sich einem Medienbericht zufolge vor dem Absprung. Ein Sonderausschuss des Gremiums werde noch diesen Dienstag zusammenkommen, um Prots Entscheidung, die Bank zu verlassen, zur Kenntnis zu nehmen, berichtete „Le Figaro“. RTRS – 23.9.14
· Die Commerzbank hat ihren bisher größten Hypotheken-Pfandbrief begeben mit einem Volumen von €1Mrd. Für den mit privaten Baufinanzierungen in Deutschland besicherten Pfandbrief hätten Orders über €1,5 Mrd. vorgelegen, teilte die Commerzbank mit. HB – 23.9.14
· UBS muss in einem laufenden Steuer-Verfahren in Frankreich eine Sicherheitsleistung von 1,1 Milliarden Euro überweisen. Ein Berufungsgericht in Paris entschied am Montag, dass die Bank die Kaution hinterlegen muss, teilte das Büro des Staatsanwaltschaft mit. HB – 23.9.14
· Heutige Makrodaten: FR Geschäftsvertrauen Sept. (8:45), Manuf. PMIs Sept. aus Deutschland (9:30) und dem Euroraum (10:00).

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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