Summa Summarum

19. September 2014

Summa Summarum


Gold

 

Geldpolitik
Draghis neue Kreditkanone klemmt

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/geldpolitik-draghis-neue-kreditkanone-klemmt-13160833.html

 

Für mehr Wachstum
Paris macht Schulden und senkt Steuern

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fuer-mehr-wachstum-paris-macht-schulden-und-senkt-steuern-13158886.html

 

Bernecker

 

Hans A. Bernecker: Herbststürme!
Die Herbststürme laufen jedes Jahr nach fast dem gleichen Muster ab. Über den Sommer hinweg bauen sich verschiedene Themen auf, die im August/September eine Art Kulminationspunkt erreichen, woraus eine Lösung entsteht. So auch in diesem Jahr.
Die Entscheidung der Schotten ging knapp daneben. Sie ist dennoch zu akzeptieren, aber sie bleibt wegweisend. London muss den Schotten umfangreiche Autonomie-Rechte gewähren, über die sie bisher offenbar nicht verfügten. Das Gleiche werden nun andere Regionen von ihren jeweiligen Zentralregierungen verlangen und das gleiche Ergebnis erzielen.
Euroland funktioniert unter einem besonderen Regierungsmuster, das man sich einmal bildlich vorstellen muss:
In den letzten sechs Jahren wurden 1.296 Regeln aller Art für Verbraucher, Umwelt, Handwerk etc. erlassen, für insgesamt rund 345 Mio. Menschen, die davon überhaupt keinen Vorteil hatten und haben. Ob diese Zahl exakt stimmt, ist nicht bekannt, es können auch mehr solcher Verordnungen in Kraft getreten sein.
Diese Überbürokratie hat gewiss niemand gewollt. Sie hat sich aber nun einmal nach dem Gesetz von Parkinson so entwickelt. Es muss mithin überprüft werden, wie diese Überbürokratie zu beseitigen ist. Darauf beruhen die Missdeutungen und ablehnenden Haltungen von Regionen, Völkern und kleinen Staaten, was gestern in ntv ebenfalls zu sehen war: Die Frage lautete: Sollten sich die Schotten verselbstständigen? 85 % der Deutschen stimmten dafür. Also weit mehr als die Schotten selbst, wie das Ergebnis zeigt. Es baut sich mithin eine Abwehrhaltung in der Bevölkerung auf, die sich gegen diese Überbürokratisierung stellt. Das bildet sich Stück für Stück auch in der deutschen Parteienzuneigung ab.
Die FED-Politik steckt ab kommender Woche im Mittelpunkt des Herbstes. Die EZB hatte bekanntlich im Schnellverfahren Kreditfazilitäten für Banken offeriert, die der Refinanzierung dienen sollten. Der Schlüssel heißt TLTRO. Geplant war ein schnelles Volumen von 133 Mrd. Euro für 255 Banken, die nur 82,6 Mrd. Euro abnahmen. Grund: Es funktioniert so nicht! Erkenntnis gestern: Dieser Rahmen ist ein Begleiter möglicher Liquiditätsverbesserungen, aber keine Leitlinie.
Nun geht es um die Frage des Ankaufs von Staatsanleihen europäischer Länder. Die Commerzbank rechnet damit, dass die italienischen Banken mindestens 19 Mrd. Euro an Staatsanleihen halten, die sie gerne verkaufen würden. Auf die Spanier entfallen 11 Mrd. Euro. Die hochgerechneten Volumina gehen bis 1,2 – 1,5 Bio. Euro für eineinhalb bis zwei Jahre. Paris und Rom machen Druck. Nun wird es pikant.
Jens Weitmann, Chef der Bundesbank und ein erklärter Gegner des Kaufs von Staatsanleihen, wird bei zwei Entscheidungen des EZB-Rats im kommenden Jahr nicht beteiligt sein. Das beruht angeblich auf einer sogenannten Rotationsregel, die im Januar greift, wenn mit Litauen das 19. Land der Eurogruppe beitritt. Somit ist der wichtigste Nein-Sager für das Kaufprogamm eliminiert. Einzige Deutsche bleibt Sabine Lautenschläger im EZB-Direktorium. Die Dame ist Juristin, aber keine Währungsfachfrau.
Die Märkte ordnen diesen Sachverhalt durchaus richtig ein. Infolge der jüngsten Schnellschüsse von EZB und Schotten-Wahl wohl etwas zu schnell. Der Markt ist damit überkauft und steht heute mit dem großen Verfalltermin in einer etwas kritischen Lage aus technischer Sicht.
Die Sicht zum Wochenende: Alle Ereignisse müssen erst einmal verdaut werden, um sie ab der kommenden Woche richtig umzusetzen. Das gilt sowohl für die Politik wie der Schotten-Wahl als auch für die Einordnung der neuen EZB-Politik.

 

Why Banks Are Up and Gold Is Down

http://www.bloomberg.com/video/why-banks-are-up-and-gold-is-down-63CGnr_nTBGqkO2XKQguzA.html

 

We Just Saw The Biggest Weekly Jump In Mortgage Rates Of The Year

Read more: http://www.businessinsider.com/weekly-average-mortgage-rates-jump-2014-9#ixzz3DkJH5dlm

 

USA
· Der US-Markt hat am Donnerstag, nach den FOMC-Aussagen, den dritten Tag in Folge zugelegt und notiert mit 2011 Punkten auf einem neuen Allzeithoch (S&P: +0,5%). Financials (+1,1%), Healthcare (+0,8%), Materials (+0,7%) waren die besten Sektoren, während Utilities (-0,7%), Energy (-0,5%), Cons. Staples (+0,2%) hinter der Gesamtentwicklung zurückblieben. Die Volumina lagen 21% über dem 10-Tages- und 34% über dem 30-Tagesdurchschnitt.
· Der US-Kongress hat dem Plan von Präsident Obama zugestimmt moderate syrische Rebellen zu bewaffnen um IS zu bekämpfen. RTRS – 18.9.14
· Die FED wird eine Strafe gegen die US-Tochter der spanischen Großbank Santander verhängen, weil diese gegen Auflagen des Stresstest verstoßen und Dividenden ausgeschüttet hat. WSJ – 18.9.14
· SAP (SAP) plant die Übernahme von US-Softwarefirma Concur (CNQR) für $8,3 Mrd. SAP würde $129 je Aktie zahlen, was einem Aufpreis von 20% entspricht. Die Übernahme wäre die größte in der Geschichte des SAP-Konzerns. WSJ – 18.9.14 GS-Kommentar
· Larry Ellison tritt als CEO von Oracle (ORCL) zurück und wechselt in den Aufsichtsrat. WSJ – 18.9.14
· Der Hackerangriff auf Home Depot (HD) könnte Daten von bis zu 56 Mio. Kreditkarten betreffen. WSJ – 18.9.14
· General Mills (GIS) schließt zwei Fabriken und streicht fast 600 Arbeitsplätze um in den nächsten zwei Jahren Kosten von ca. $100 Mio. einzusparen. WSJ – 18.9.14
· Exxon (XOM) und Linn Energy (LINE) tauschen Anlagen in Texas bzw. New Mexiko und Kalifornien. Exxon baut damit seine Präsenz am Permischen Becken aus, während Linn Energy seine Aktivität in Kalifornien erhöhen kann. WSJ – 18.9.14
· Apple (AAPL) verzeichnet eine starke Nachfrage bei Verkaufsstart des neuen iPhones in Australien. WSJ – 19.9.14
· JetBlue (JBLU) CEO Dave Barger wird bei Ende seines Vertrags im Februar seinen Posten räumen. WSJ – 18.9.14
· AMG Data: US Aktienfonds verzeichneten diese Woche Zuflüsse von $646 Mio – hauptsächlich von internationalen Investoren. Dies ist der bisher größte Zuwachs des Monats.
· US Daily: Retail Sales 6+. GS – 19.9.14
· Heutige Makrodaten (Konsensus): Leading Index (0,4%)

ASIEN/EM
· Die asiatischen Indizes tendierten heute Morgen stärker: Nikkei: +1,48%; Hang Seng: +0,44%; Shanghai: +0,08% (7.50Uhr).
· Die Märkte in Japan reagierten besonders stark auf das schottische Referendum sowie auf Bestrebungen des Premierministers Shinzo Abe, Pensionsfonds zu reformieren. Der Topix stieg um +1,2%, der Nikkei um 1,5%. BBG – 19.9.14 RTRS – 19.9.14
· Die asiatischen Währungen befinden sich in der längsten Phase einer Abwertung seit Januar. Der Yen fiel um 0,5%, den schwächsten Wert seit August 2008. BBG – 19.9.14
· Toyota sieht sich unter Druck die Produktivität seiner Produktionsstätten in Amerika zu erhöhen. BBG – 19.9.14
· EM Weekly: Fed exit more challenging for EM FX than for bonds GS – 19.9.14
· EM Macro Daily: Brazil and Chile, diverging external balance stories GS – 19.9.14

EUROPA
· Schottland dürfte ein Teil Großbritanniens bleiben. In ersten Umfragen liegen die Gegener der Unabhängigkeit mit 54% vorn. WSJ – 19.9.14
· Banken haben bei der Zuteilung des ersten vierjährigen Repo-Geschäfts (TLTRO) nur €82,6 Mrd. nachgefragt. Die Erwartungen lagen bei rund €100-130 Mrd. WSJ – 19.9.14
· Frankreich wird als erstes europäisches Land Luftangriffe gegen die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak fliegen. WSJ – 19.9.14
· Bundesfinanzminister Schäuble will einer Zeitung zufolge das Trennbankengesetz entschärfen. Dadurch müssten deutsche Banken nicht mehr das besicherte Kreditgeschäft mit Hedgefonds abtrennen, berichtet die FAZ. HB – 19.9.14
· Die Europäische Investitionsbank wird Griechenland mit Darlehen über €815 Mio. unter die Arme greifen. Sie werden eingesetzt, um den Bau neuer Autobahnen und einer U-Bahn-Linie in der Hafenstadt Thessaloniki zu finanzieren. HB – 19.9.14
· SAP plant den Kauf von Concur Technologies für $8,3 Mrd (Aufschlag von 20% auf Schlusskurs von Donnerstag. Concur bietet Software zum Buchen und Abrechnen von Dienstreisen an und verdiente operativ im vergangenen Jahr $6,4 Mio. Viel wichtiger als der Gewinn ist SAP aber die breite Nutzerbasis in mehr als 150 Ländern, wie Vorstandschef Bill McDermott erklärte. HB – 19.9.14 GS-Kommentar
· Der EU-Sondergipfel in Italien zum Thema Beschäftigung soll nun doch Anfang Oktober abgehalten werden. RTRS – 19.9.14
· Die US-Tochter von Santander hat trotz nicht bestandenen Stresstest der Federal Reserve Dividenden ausgeschüttet und hat damit gegen Auflagen verstoßen. Die Notenbank ordnete nun an, dass die Banco Santander SA diese Summe an die Tochter in den USA überweisen muss. WSJ – 19.9.14
· Easyjet kündigte gestern an die Dividende um 20% zu erhöhen und 27 weitere Airbus A320 zum Listenpreis von €1,94 Mrd. zu bestellen. WSJ – 19.9.14
· Heutige Makrodaten: Euroraum Leistungsbilanz Jul (10:00)

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und ein erholsames Wochenende!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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