Summa Summarum

15. September 2014

Summa Summarum


Zypern

Bundesbankpräsident
Weidmann: Zunehmend Risiken durch EZB-Krisenpolitik

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/weidmann-warnt-vor-wachsenden-risiken-der-ezb-krisenpolitik-13151729.html

 

GASTBEITRAG ZUR EURO-TALFAHRT
„Die EZB ist eine höchst wirksame Waffe“

http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-zur-euro-talfahrt-die-ezb-ist-eine-hoechst-wirksame-waffe/10649540.html

 

Führende Ökonomen geißeln Manipulation des Euro

http://www.welt.de/wirtschaft/article132223038/Fuehrende-Oekonomen-geisseln-Manipulation-des-Euro.html

 

EZB-Politik: Was würde Willy sagen? Und Erhard denken? Rotiert Schiller im Grab?

http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/wuerde-willy-sagen-und-erhard-denken-rotiert-schiller-im-grab/

 

 

Bernecker

Weekend-Fakten

Die neue EU-Regierung mit dem Trio Juncker, Moscovici und Draghi ist noch gar nicht im Amt, da legt der EZB-Chef schon mal vor. Er verlangt eine neue Europolitik, was ihm gar nicht zusteht. Es ist jedoch der Anfang. Draghi verlangt umfangreiche Investitionen in Europa in allen Ländern und in den Bereichen Infrastruktur, wie bekannt.

Das kürzlich beschlossene ABS-Programm wird dahingehend modifiziert, dass sämtlichen Kreditzusagen für Finanzierungen Bedingungen anzuhängen sind, die im Einzelfall jedoch nicht überprüfbar sind. Somit hängt dieses Programm in der Größenordnung um 430 Mrd. Euro vorerst in der Luft.

Wichtiger ist seit gestern die Erkenntnis, dass der Kauf von Eurobonds Vorrang hat. Über die Beträge ist man noch nicht einig und sie sind in der Tat nur zu schätzen. 1,5 bis 2 Billionen Euro werden genannt. In diesem Falle werden alte Anleihen aufgekauft, meist unter pari, nämlich als Langläufer zum Marktpreis, und die EZB kann dann bis zum Fälligkeitstermin warten, bis diese Anleihen getilgt werden. Werden sie es auch? Wie dies funktioniert, lesen Sie heute in der FAZ ausführlich.

Die HRE war größter Besitzer von Griechen-Anleihen. Sie verkaufte diese weit unter pari und beachtete das Kleingedruckte nicht: Verlust bis jetzt 2,5 Mrd. Euro. So gehen Beamte sorgfältig mit Steuergeldern um. Das Ganze ist nachvollziehbar, wie jeder Bondmarktkenner weiß: Je geringer die Bonität, desto geringer der Preis. Die EZB kann solche Anleihen aufnehmen und bis zum Endverfall warten und hoffen, dass sie die Differenz erhält. Wenn nicht? Es ist eine hervorragende Reduzierung der Staatsschulden. Wie?

An einem Beispiel: Ein Bondbestand im Wert von nominal 100 Mio. Euro wird zu einem Kurs von angenommenen 85 % von der EZB angekauft. Sie kann bis zum genannten Endverfall warten oder sie bietet dem Schuldnerland diesen Bestand zum gleichen Kurs an, das dies mit Neuemissionen im Wert von nominal 100 für 85 bezahlt. Damit sind rund 15 Mio. Euro verschwunden und das Land entsprechend entschuldet. So funktioniert demnächst die Umschuldung im Eurorahmen.

Die vierte Schachfigur in der Euroregierung ist ein Brite. Er ist zuständig für die Kontrolle der Banken. Gekonnt gemacht: Die Briten sind nicht Mitglied des Eurolandes, aber wichtigste Drehscheibe für Finanzen in der EU. 22 % des britischen BIP werden in London generiert, 99 % von Banken und Versicherungen etc. Die Kontrolle darüber ist für England ein Essential. Wie dies funktioniert, entnehmen Sie dem neuesten Bericht der OECD. Internationale Konzerne verstecken 2 Billionen Dollar auf den britischen Jungferninseln, den Bahamas nebst Bermudas. Diese Gelder sind legal geparkt und nicht versteuert. Dafür gibt es die Zauberformel: „Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Steuerzahlung. Die Kenntnis der Steuergesetze sehr wohl!“ Das britische EU-Mitglied trägt dafür Sorge, dass diese Gelder hinreichend in den Ländern geparkt werden können, die am Ende über die Drehscheibe London zu disponieren sind. Alles Weitere bleibt der Fantasie überlassen.

Heute startet die nächste Etappe der Sanktionen der EU gegen Russland. In den russischen Morgennachrichten kündigte Gazprom jedoch vorsichtig an, dass es demnächst Lieferschwierigkeiten für Gas geben könnte. So klingt russische Diplomatensprache. Die Retourkutsche des Kreml können wir in den nächsten Tagen zur Kenntnis nehmen. Was herauskommt, wissen wir noch nicht, aber jeder kann sich vorstellen, wie die Schraube funktioniert.

Für Börsianer sieht alles anders aus. Sie schauen auf die Geldfülle der EZB-Gießkanne, die demnächst angestoßen werden wird. Vorbilder sind die gleiche Konstruktion der Fed-Politik und seit 2 Jahren die der Bank of Japan. Das Ganze drückt sich in der Ausweitung der jeweiligen Bilanzsumme einer Notenbank aus. Dafür gibt es Grafiken, die dies wunderbar belegen. So decken sich die Bilanzsummen weitgehend mit der Entwicklung der Indizes oder der Marktvolumina, ausgedrückt in Dollar oder Yen. Daraus folgt die zweite Zauberformel:

Jeder Ausweitung der Bilanzsumme um 10 % lässt sich etwa ein Faktor 1,5 für die Ausweitung der Marktvolumina gegenüberstellen. Am Beispiel des amerikanischen Experimentes: 5 Billionen Bondkäufe in 5 Jahren, wie bekannt, honorierte der gesamte amerikanische Aktienmarkt mit rund 11 Billionen Dollar Marktzuwachs in gleicher Zeit. So funktioniert Gelddrucken. Für die Japaner lässt sich in etwa die gleiche Relation feststellen. Wie lautet dann die Richtlinie für DAX und andere mit dem allerdings kleinen Unterschied: Fed und Bank of Japan stehen für jeweils ein eigenes Land. Die EZB steht für 17 Länder und 17 Börsen mit größeren Differenzen.

Ergebnis aus diesen Fakten: Wirtschaftspolitisch ist es sehr fragwürdig, was aus der neuen Politik erwächst. Doch wie funktioniert dies direkt? Ohne die Hilfe Deutschlands funktioniert dies weder in Italien noch in Frankreich. Wie macht man das?

1978 war Frankreich wieder einmal klamm. Präsident Giscard d‘Estaing stand vor einer Abwertung des Franc von 10 %. Sein Freund war Helmut Schmidt in Bonn, den er um Hilfe bat. Über das Wochenende kam man zu folgendem Kompromiss: Der Franc wird um 6 % abgewertet und die DM und 3 % aufgewertet. Ergibt zusammen 10 % (bitte beide Prozentsätze getrennt saldieren, einmal von oben und zum anderen von unten). Am folgenden Montag war die Grande Nation gerettet. Im Fall Italien war es etwas schwieriger. Rom benötigte 500 Mio. DM als Direktkredit. Der deutsche Bundeskanzler war bereit, dieses Geld zu geben, aber nur gegen Sicherheiten. Da es keine andere gab, wurde der italienische Goldbestand als Pfand beliehen und ganz Rom schrie auf. Wir haben herzlich gelacht. Konsequenz muss sein. So auch jetzt:

Wie Deutschland helfen muss und wird, ist demnächst eine Frage diskreter Vereinbarungen. Die Drehscheibe dafür ist natürlich die EZB. Demnächst mehr.
MARKETS More: Scotland Scottish Independence Referendum Chart Of The Day
Here’s How Scottish Independence Could Trigger A Feedback Loop Of Financial Doom
Read more: http://www.businessinsider.com/scottish-independence-negative-feedback-loop-2014-9#ixzz3DHDY20ip

 

Printable Solar Cells One Step Closer To Reaching The Shelves

http://www.iflscience.com/technology/printable-solar-cells-one-step-closer-reaching-shelves

 

USA
· Der US-Markt hat am Freitag, nach fünf positiven Wochen in Folge, die Woche im Minus bei 1986 Punkten (S&P: -0,6%) beendet. Financials (-0,1%), Cons Disc (-0,3%) und Industrials (-0,4%) waren die besten Sektoren, während Utilities (-1,8%), Energy (-1,5%) und Telecom (-1,2%) hinter der Gesamtentwicklung zurückblieben. Die Volumina lagen 33% über dem 10-Tages- und 39% über dem 30-Tagesdurchschnitt.
· US-Präsident Barack Obama plant ein stärkeres Engagement der USA im Kampf gegen Ebola. WSJ – 14.9.14
· Der Prozess des ehemaligen AIG (AIG) Chefs Maurice Greenberg gegen die US-Regierung könnte Risiken für das Versicherungsunternehmen beinhalten. Die Verträge der Rettungskredite befreien die Federal Reserve Bank of New York von Zahlungen aus Gerichtsverfahren, welche die Rettungsaktion betreffen. WSJ – 14.9.14
· Chevron (CVX) schaltet eine Gas-Pipeline im Golf von Mexiko nach einem tödlichen Unfall ab. WSJ – 14.9.14
· US-Weekly: Looking ahead: Investor questions focus on equity performance before previous Fed hikes. GS – 12.9.14
· US-Economics Analyst: FOMC Preview: Why Renege Now? GS – 12.9.14
· Heutige Makrodaten (Konsensus): NY Empire Manuf Sep (16), Industrieproduktion Aug (+0,3%), Kapazitätsauslanstung Aug (79,3%).

ASIEN/EM
· Die asiatischen Indizes notieren heute uneinheitlich: Nikkei: +0,25%; Hang Seng: -0,75%; Shanghai: +0,13%; ASX200: -0.87% (7.57Uhr).
· Chinesische Aktienmärkte schlossen auf einem Fünfwochentief, nachdem in China das schwächste Wachstum der Industrieproduktion seit Beginn der globalen Finanzkrise bekanntgegeben wurde. Zudem wurden relativ schwache Einzelhandelszahlen veröffentlicht. Der MSCI Asia-Pacific ex-Japan schloss bei -0.8%. BBG – 15.9.14
· Chinesische Zinsswaps tendierten auf dem negativsten Wert in drei Wochen. Schwächere Signale vom Industriewachstum heizen die Spekulation über ein Eingreifen der Notenbank an. BBG – 15.9.14
· Der australische Dollar fiel auf unter 0.90USD, dem schwächsten Wert seit März. China ist Australiens größter Handelspartner. BBG – 15.9.14
· Sinopec fiel um -5.5%. Asiens größtes integriertes Ölunternehmen beschloss einen Anteil aus seiner Benzinproduktionssparte für 107 Mrd. Yuan zu verkaufen (17.5 Mrd. USD). BBG – 15.9.14

EUROPA
· Schottland: Eine am späten Samstagabend veröffentlichte Umfrage von ICM Research für die Zeitung Telegraph sieht die Befürworter der Unabhängigkeit sieben Prozentpunkte vor den Gegnern. Aber zwei davor veröffentlichte Umfragen sehen die Gegner weiterhin knapp vorn.
· Landtagswahl in Thüringen: CDU 33,5%), Linke (28,2%), SPD (12,4%), AfD (10,6%), Grüne (5,7%). Nach der Landtagswahl in Thüringen hätte ein rot-rot-grünes Bündnis unter Führung des Linkspartei-Spitzenkandidaten Bodo Ramelow nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis eine knappe Mehrheit. FAZ – 15.9.14
· Landtagswahl in Brandenburg: SPD (31,9%), CDU (23%), Linke (18,6%), AfD (12,2%), Grüne (6,2%). Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kann sich die SPD einen Koalitionspartner aussuchen. FAZ – 15.9.14
· Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem Quartalsbericht davor, dass die trügerische Ruhe an den Finanzmärkten verdecke, dass einige Investoren inzwischen längst immense Risiken aufgebaut hätten. Mit dem Verweis auf die extrem geringen Schwankungen signalisiert die BIZ, dass die Märkte zu starr geworden sind, um künftige Verwerfungen zu verkraften. HB – 15.9.14
· Bundesbankpräsident Weidmann hat einem Vorschlag des von Mario Draghi zum Wertpapierkaufprogramm der Zentralbank widersprochen. Weidmann sprach sich am Samstag in Mailand nach einem Treffen der Finanzminister und Notenbanker der Eurozone gegen Staatsgarantien bei sogenannten Kreditverbriefungen (ABS) aus. WSJ – 15.9.14
· Bei der Parlamentswahl in Schweden hat die bürgerliche Regierung unter dem Konservativen Fredrik Reinfeldt laut einer ersten Prognose schwere Verluste erlitten. Die Vier-Parteien-Koalition landete danach mit 39,7 % (2010: 49,3 %) hinter einem möglichen Bündnis aus Sozialdemokraten, Grünen und Linken mit 44,8 %. HB – 15.9.14
· Heineken hat am Sonntag eingeräumt, ein Übernahmeangebot des britischen Branchenrivalen SABMiller ausgeschlagen zu haben. Die Eigentümerfamilie, die den Mehrheitsanteil an Heineken hält, wolle die Unabhängigkeit des Unternehmens wahren, teilte der Konzern mit. WSJ – 15.9.14
· Munich Re will sich angesichts des harten Preiskampfs im traditionellen Katastrophen-Geschäft stärker auf die Entwicklung neuer Produkte fokussieren. So sollen spezielle Angebote gegen die Risiken im Internet entwickelt werden. HB – 15.9.14
· Audi will jedes Jahr ein neues Hybrid-Modell auf den Markt bringe, um die strengen Emissionsvorgaben der EU zu erreichen. WSJ – 15.9.14
· Das Roche-Krebsmedikament Avastin birgt bei der Behandlung der Augenkrankheit AMD einer Untersuchung zufolge kein erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen. RTRS – 15.9.14
· Heutige Makrodaten: Euroraum Handelsbilanz (11:00)

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und einen guten Start in die neue Woche!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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