Summa Summarum

21. Februar 2014

Summa Summarum


IMG_0283

 

„Wirtschaftswissenschaft: das einzige Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind.“   Danny Kaye

 

Offene Immobilienfonds: Wenn der Staat sich bereichert

 

 
USA
  • Der US-Markt schloss gestern, getrieben durch unterstützende Konjunkturdaten, im Plus (S&P +0,6%). Telecom (+2,0%), Materials (+1,0%) und Healthcare (+0,9%) waren die besten Sektoren, während Financials (+0,3%), Info Tech (+0,3%) und Cons Staples (+0,5%) hinter der Gesamtmarktentwicklung blieben. Die Volumina lagen 2% unter dem 10-Tages- und 3% unter dem 30-Tagesdurchschnitt.
  • Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der abgelaufenen Woche um 3.000 auf 336.000 Anträge gefallen. Erwartet wurden 335.000 Anträge, nach 339.000 in der Vorwoche. RTRS – 20.02.14
  • Die CPI Inflation lag im Januar bei 1,6%. Genau dieser Wert wurde auch im Voraus erwartet. BB – 20.02.14
  • Der Markit US flash manufacturing PMI stieg im Februar auf 56,7 Punkte, von 53,7 Zählern im Januar. RTRS 20.02.14
  • Länder wie Brasilien und Indien werden die Fed bitten, ihre Pläne bezüglich des Taperings zu überdenken, sagten Vertreter vor dem Treffen von Zentralbankern und Finanzministern der G20 am Samstag. WSJ – 21.02.14
  • Energy Future Holdings Corp (TXU) ist in den Vorbereitungen eines Insolvenzantrages. Die, in einem Leveraged-Buyout übernommene Firma, wird durch hohe Schulden und falsche Spekulationen auf den US-Gaspreis in die Knie gezwungen. WSJ – 21.02.14
  • Walmart (WMT) hat in dem im Januar ausgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 mit $473 Mrd. 1,6% mehr umgesetzt als im Vorjahr und dabei einen Gewinn von $16 Mrd. erzielt. HB – 20.02.14
  • Hewlett-Packard (HPQ) hat im ersten Quartal mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Der Umsatz ging dabei um 1% auf $28,2 Mrd. zurück, während das Net Income um 16% auf $1,4 Mrd. stieg. WSJ 21.02.14
  • General Electric Co. (GE) Chief Financial Officer Jeff Bornstein sagte, dass er ernsthaft darüber nachdenkt, die Schulden zu erhöhen, um von den derzeitig niedrigen Zinsen zu profitieren. GE genießt im Moment ein AA Rating. WSJ – 21.02.14
  • Heutige Makrodaten (Konsensus): Existing Home Sales (4,68M)
 
ASIEN/EM
  • Die asiatischen Märkte handeln heute uneinheitlich. Während der Nikkei deutlich zulegen kann, muss der Shanghai Composite Verluste hinnehmen. (Nikkei +2,9%; Hang Seng +0,3%; Shanghai -1,7%)
  • Asiatische Währungen zeigen die schwächste Wochenperformance seit mehreren Monaten. Grund ist v.a. die aufkommende Sorge um eine Wachstumsschwäche in China. Zu den größten Verlierern gehören der südkoreanische Won, der thailändische Baht und der chinesische offshore Yuan. BBG – 21.02. BBG – 21.02.
  • Laut einer Umfrage planen weniger als 20% der japanischen Unternehmen, im nächsten Jahr die Löhne zu erhöhen. Dies wird als Zeichen gewertet, dass die Reformen von Premierminister Shinzo Abe noch nicht ihre volle Wirkung entfalten. RTRS – 20.02.
  • Japans Finanzminister Taro Aso hat die USA aufgefordert, die weitere Ausrichtung der Geldpolitik klar zu kommunizieren. Er betonte gleichzeitig, dass das Tapering positiv wäre, da es eine sich erholende Wirtschaft reflektiere. RTRS – 21.02.
  • EM Macro Daily: Ukraine could trigger a fresh round of pressures in CEEMEA and broader EM (Fiotakis)
 
EUROPA
  • Die EU-Minister haben ihre Verhandlungen in Kiew über eine politische Lösung der Krise in der Ukraine am frühen Freitagmorgen vorübergehend unterbrochen. In Delegationskreisen war von „sehr schwierigen“ Verhandlungen die Rede. WSJ – 21.02.14
  • MPC-Mitglied Martin Weale hat in einem Interview eine erste Zinserhöhung der BoE in Q1 2015 als sehr wahrscheinlich bezeichnet. Von da an sollen die Zinsen graduell ansteigen. FT – 20.02.14
  • In der EU soll das Zahlen mit Kreditkarten preisgünstiger werden: Die Gebühren sollen EU-weit für alle Kreditkartenzahlungen auf maximal 0,3% des Umsatzes begrenzt werden. HB – 20.02.14
  • Österreich will auch die Anleihegläubiger der Hypo Alpe Adria an den Kosten für die Abwicklung der Staatsbank beteiligen. HB – 20.02.14
  • Royal Dutch Shell verkauft Geschäftsbereiche in Australien im Wert von rund €1,9 Mrd. Das Geschäft umfasse den Verkauf von 870 Tankstellen sowie der Raffinerie Geelong. HB – 21.02.14
  • Fitch bestätigt Ratings für Irland (BBB+, Ausblick stabil) und Österreich (AAA, Ausblick stabil). WSJ – 21.02.14
  • European Economics Daily – UK real household income growth improves, despite real wage weakness 
  • AXA (Buy): FY13 Nettogewinn €4,48Mrd vs. Cons €4,74Mrd; Dividende €0,81/Aktie inline mit den Erwartungen.
  • Elekta (Conv Buy): 3Q Ebita unter den Erwartungen; Ebita Wachstum soll bei 3% in 2013/14 liegen vs. vorher +10%.
  • Heute werden keine wichtigen Makrodaten veröffentlicht.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und ein erholsames Wochenende!

Advertisements
, , , , , , , , ,

Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

Zeige alle Beiträge von Bernd Veith

Abonnieren

Abonniere unseren RSS-Feed und die sozialen Medien-Profile, um Updates zu erhalten.

10 Kommentare - “Summa Summarum”

  1. vfalle Sagt:

    Erschreckend!
    Als Anleger eines Offenen Immobilienfonds hatte ich den Eindruck auch schon. Für das was ich nun Häppchenweise herausbekomme, zieht mir der Staat steuern ab. Die Verluste soll ich nun über einen Steuerbarater gegenrechnen lassen. Dabei wollte ich mit dem Geld eigentlich nur Darlehen zurückzahlen, die über die gleiche Bank liefen wie der Fonds.

    Dumm gelaufen.

    Antwort

    • Bernd Veith Sagt:

      Guten Tag, ja das mit den Offenen Immobilienfonds lief jahrzehntelang gut, obwohl bereits das Wort „Immobil(ie)“ impliziert, dass es mit der Verfügbarkeit investierter Gelder so seine Tücken hat. Gerne wurden die Offenen Immobilienfonds als Geldmarktersatz missbraucht, da die relativ konstante und vermeintlich sichere Rendite von 4 bis 6% zu verlockend erschien. Leider haben dies auch im große Stil Institutionelle Anleger getan und als im Jahre 2008 die Hypothekenkrise ihren lauf nahm und diese ihre Gelder dringend benötigten, haben sie eine Anlageklasse komplett mit sich gerissen. Zu allem Übel kommt nun noch hinzu, dass demnächst wahrscheinlich Grunderwerbssteuer zu zahlen ist, sollte der Finanzminister an dem Gesetz nichts ändern. Ich fürchte, dies wird er auch nicht tun, da die Sondereinnahmen zu verlockend sind! http://www.dasinvestment.com/nc/investments/fonds/news/datum/2013/10/23/offene-immobilienfonds-in-der-abwicklung-jetzt-schlaegt-die-steuerkeule-zu/

      Antwort

      • vfalle Sagt:

        Danke, Herr Veith.
        Ich war damals leider kein Finanzfachmann. Ich vertraute dem Leistungsversprechen meines Finanzdienstleisters „Vermögensaufbau für Jeden“ – alles aus einer Hand.
        Nun bin ich klüger, aber finanziell nicht reicher. Von Vermögensaufbau kann also keine Rede sein.
        Wenn die Steuern wenigstens beim Volk angekommen, kann ich damit leben, dass sich der Staat nach der Erbschaftssteuer ein zweites Mal bei meinem Erbschaftsvermögen bedient – obwohl das nach meinem Plan eigentlich längst in meinem Eigenheim stecken sollte.

      • Bernd Veith Sagt:

        Sehr gerne! Herr Schäuble wird sich über Ihre generöse Haltung sehr freuen und vielleicht, man weiß ja nie, werden Sie noch für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen 😉 . Spaß bei Seite, Ihr Finanzberater hat seinerzeit sicherlich in gutem Glauben gehandelt und viele meiner Kollegen hielten uns seinerzeit für verrückt, als wir unseren Kunden dringend empfahlen aus den Offenen Immobilienfonds auszusteigen. Uns riefen damals die betroffenen Gesellschaften an und wurden nicht müde zu beteuern, dass nichts passieren wird. Wir hatten uns die Liquiditätsseite der Fonds angeschaut und hielten diese für nicht ausreichend, die täglichen natürlichen Abflüsse aus den Fonds, mit den Zuflüssen zu kompensieren. Sicherlich war diese Empfehlung auch für uns ein Wagnis, da unsere Kunden uns an den Empfehlungen, die wir geben, messen. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass, trotz unserer Bedenken, die Entscheidung eine derartige Empfehlung gegenüber einer Assetklasse, die sich über Jahrzehnte bewährt hat, außerordentlich beliebt war, regelmäßig ordentliche Erträge abgeworfen hat und von den Gerichten sogar als mündelsicher eingestuft war (!), uns nicht leicht gefallen war. Auch würde diese Asseltklasse in der Zeit während unserer Finanzkrise (die ist nämlich aus unserer Sicht weiterhin in vollem Umfang vorhanden) Kunden, die sich nicht ein Eigenheim leisten können, gute Dienste leisten, da sie eben nicht zu den „Geldwertanlagen“, sondern zu den Sachwertanlagen zählt. Aufgrund der hohen gesetzlichen Veränderungen, Offenen Immobilienfonds gegenüber, halten wir jedoch eine Investition nicht für sinnvoll, da die Fungibilität der Anlage stark eingeschränkt ist. Nun ja, es gibt, zum Glück, auch noch andere Anlagen, die den Wert der Investition langfristig erhalten und steigern sollten. Ich habe gesehen, dass Sie meinem Block folgen, dafür herzlichen Dank. Ich hoffe, er wird Ihnen nützen! Ps. Wir sind selbstverständlich auch auf anderen Sozialen Netzwerken erreichbar. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest! Herzliche Grüße Bernd Veith

      • vfalle Sagt:

        Vielen Dank,
        auch Ihnen ein frohes Osterfest!

        Ich glaube weiterhin, dass es auch Finanzberater gibt, die Ihren Job ernst nehmen. Respekt, dass Sie nicht dem allgemeinen Trend gefolgt sind.

        Viele Grüße, V.F. Alle

  2. vfalle Sagt:

    Nachtrag: Was meinen Berater (Person) angeht, könnte ich Ihnen noch Recht geben. Meine Kritik gilt meinem Dienstleister (Unternehmen), der nach meinen Recherchen die Risiken der Geldanlage systematisch kleiner dargestellt hat, als andere. Siehe z.B.: http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/

    Was Herrn Schäuble angeht, würde es mir reichen, wenn er nach seiner Amtszeit sensibler ist, als die Politiker, die nun im Aufsichtsrat meines Dientsleisters sitzen. 😉

    Herzliche Grüße, V. F. Alle

    P.S. Ich wollte nie mit Anlagen sepkulieren und tue es auch heute nicht. Mir ist es nur wichtig, den Lesern meines Blogs ein differenziertes Bild zu bieten. Denn nicht alle Finanzberater, Politiker und Journalisten sind schlecht, so wie es manch ein „geprellter“ Kunde/Mitarbeiter vielleicht in der Enttäuschen zunächst glauben mag.

    Antwort

    • Bernd Veith Sagt:

      Der Inhalt des Links ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht vollständig. Wenn ich in einem solchen „Leitfaden“ auf die vergangene Rendite hinweise, sollte ich auch, im Rahmen einer, aus damaligen Sicht, möglichen Abwicklung und die damit verbundenen Probleme hinweisen, um nicht einseitig zu beraten. Bei einer „Massenabwicklung“, wie es die „Offenen Immobilienfonds“ betraf, ist selbstverständlich die Gegenseite (Käufer der abzuwickelnden Immobilien) im Vorteil und bestimmt zu einem nicht unerheblichen Umfang den Preis. Dies hätte man seinerzeit bei einer seriösen Beratung auch erwähnen müssen. Ps. In wieweit ein Immobilienfonds (immobil) auch aus damaliger Sicht für die Tilgung einer Immobilie sinnvoll war, können Sie jedem Verkaufsprospekt entnehmen. Dort steht nämlich drin, dass der Fonds unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt bzw. geschlossen werden kann. Darauf hätte sie ein seriöser Berater in diesem Fall hinweisen müssen.

      Antwort

    • Bernd Veith Sagt:

      In meiner heutigen Summa Summarum ist ein Artikel über Offene Immobilienfonds, der wichtige Informationen über Informationspflichten seinerzeit zur Aussetzung der Anteilsrücknahme und Verjährungsfrist bei Anteilen, die vor August 2009 gekauft wurden, enthält.

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: