Summa Summarum

8. Juni 2012

Summa Summarum


 

Deutschland wird aus Brüssel und Washington zu höheren Beiträgen bei der Euro-Rettung gedrängt. Der neue Euro-Bond heißt Bankenunion. Dahinter verbirgt sich die Idee, den deutschen Einlagensicherungsfonds zur Rettung spanischer, griechischer und portugiesischer Banken anzuzapfen.

FED und EZB enttäuschen aus Sicht des Marktes. Der Markt hängt mittlerweile an den Finanzspritzen der Notenbanken. Gesund ist das nicht

Wall Street und….what’s next? Wie setzt sich die Erholung an der Wall Street zusammen: Aktienkäufe von Privatanlegern haben die Wall Street auf das Tageshoch getrieben. Institutionelle Investoren haben nicht wirklich neue Positionen eröffnet, sondern bestehende Leerverkäufe geschlossen. Das signalisiert der deutliche Anstieg im durchschnittlichen Handelsvolumen pro Trade. Von Entschlossenheit k…ann somit nicht die Rede sein. Auffällig ist auch, dass defensive Sektoren heute weitaus besser liefen als zyklische und zinssensitive Bereiche. Techs und Finanzwerte wurden abgestraft. Die Zentralbanken agieren weitaus weniger aggressiv als erhofft. So hält die Bank of England überraschend die Füsse still und die EZB hat die Chance verpasst ein drittes und länger laufendes LTRO-Programm aufzulegen. Goldman Sachs geht davon aus, dass der EU Gipfel am 28. und 29. Juni enttäuschende Ergebnis bringen wird. Mit einer kurzfristigen Lösung sei nicht zu rechnen. Patienten wie Spanien werden durch Medikamente temporär am Leben erhalten, und die Ansteckungsgefahr gemindert. Ein Eingriff zur dauerhaften Heiling bleibt unwahrscheinlich. Nun stuft die Ratingagentur Fitch Spaniens Bonität um gleich drei Stufen ab. Dort schätz man, dass die Banken mit rund 60 bis 100 Mrd Euro rekapitalisiert werden müssen. Der Chart anbei zeigt einen Kreislauf, den wir Börsianer in den kommenden Wochen im Hinterkopf behalten sollten!

(Quelle: Markus Koch, NY)

USA

  • Die US-Märkte handelten zunächst auf Grund der Zinssenkung in China positiv, gaben die Kursgewinne am Nachmittag jedoch wieder ab. (S&P: -0,01%). Utilities (+0,7%), Industrials (+0,6%) und Staples (+0,2%) waren die stärksten Sektoren, während Telecom (-0,7%), Technologie (-0,4%), und Financials (-0,2%) hinter der Gesamtmarktentwicklung blieben. Die Volumina lagen 3% über dem 10-Tages bzw. 1% unter dem 30-Tagesdurchschnitt.
  • Ben Bernanke enttäuschte die Erwartungen auf zeitnahe Impulse zur Förderung der Wirtschaft, sagte jedoch die Fed sei bereit auf die Eurokrise zu reagieren. Er verwies weiterhin auf die Gefahren, sollte keine Einigung im Bezug auf die Verlängerung der Steuererleichterungen gefunden werden. Link
  • Laut Fed brauchen amerikanische Banken zusätzliche $60Mrd. um den Basel III-Anforderungen zu entsprechen. Davon fallen allein $50Mrd. auf die 19 größten Kreditinstitute. Im Gegensatz zu den Erwartungen vieler Marktteilnehmer schließt der Vorschlag der Fed demnach auch kleine Banken mit ein. LinkLink
  • Laut Bloomberg zeigen sich US-Vorstandsvorsitzende weniger optimistisch im Bezug auf die US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Link
  • Heutige Makro-Zahlen (Konsensus): Trade Balance (-$49,5 Mrd.) und Wholesale Inventories (0,4%)

ASIEN

  • Die asiatischen Märkte handeln nach den Äußerungen von Bernanke gestern insgesamt schwächer (SHCOMP: 0%, NIKKEI: -2,2%, HSI: -0,6%).
  • Chinas Zentralbank PBOC hat gestern überraschenderweise die Zinsen um 0,25% auf 3,25% gesenkt. Damit steht die 1-Year-Lending-Rate bei 6,31% und die Deposit-Rate bei 3,25%. Link Link
  • Japans GDP ist im ersten Quartal des Jahres gegenüber dem Vorquartal um 1,2%mom/4,7%yoy (Consensus: 1,1%mom/4,5%yoy) gewachsen. Link
  • Koreas Zentralbank BOK hat wie erwartet die Zinsen bei 3,25% belassen, trotz der erhöhten Risiken die man durch externe Faktoren wie z. B. die Eurozonen Krise auf das Wachstum sehe.
  • Der chinesische Staatsfonds CIC macht sich Sorgen um den Euroraum. Lou Jiwei, der Chairman von CIC, sieht Risiken für ein Auseinanderbrechen der Währungsunion und sagte, er habe daher sein Engagement in europäischen Aktien und Anleihen zurückgefahren. Link

EUROPA

  • Fitch hat das spanische Sovereign Rating um drei Stufen von A auf BBB gesenkt. Gleichzeitig bekräftigte Eurogruppenchef Juncker, dass man bereit sei Hilfen für Spanien zu leisten, sollte diese benötigt werden. Aktuell stehe der spanische Bankensektor stehe „unter Stress“. Link Link
  • Spaniens Premier Rajoy ist derzeit nach eigenen Angaben weiter in Gesprächen mit den Regierungschefs der Eurozone zu möglichen Rettungsmaßnahmen für spanische Banken. Sobald man durch die beauftragten Wirtschaftprüfer zu einer genauen Einschätzung des Kapitalbedarfs gelangt ist möchte man weitere Schritte vornehmen. Link Link
  • Griechenlands ehemaliger Premier Papademos hat in einer Rede eine deutliche Warnung vor einem Austritt aus der Eurozone ausgesprochen. Griechenland würde bei einem Austritt in einen „Strudel der Selbstzerstörung“ gelangen. Link
  • Angela Merkel hat bei einem Treffen mit UK Premier Cameron ihre Unterstützung für eine Europäische Union „der zwei Geschwindigkeiten“ bekräftigt und gleichzeitig die Einführung einer Finanzmarkt-Transaktionssteuer angekündigt. Link Link
  • UK Premier Cameron plant nicht die Eurostaaten bei einem möglichen gemeinsamen Einlagensicherungsfonds unter anderem zur Sicherung der Griechischen und Spanischen Einlagen zu unterstützen. Link
  • Die EU-Kommission drängt HB zufolge zur Schließung einiger Banken. Dazu könne auch die ATEbank gehören, das fünft-größte Geldhaus Griechenlands. Link
  • Der Leiter der griechischen Steuerfahndungsbehörde hat sich der Kritik von IWF-Chefin Christine Lagarde an der Steuermoral der Griechen angeschlossen. Die Steuerflucht in seinem Land belaufe sich auf 12% bis 15% der jährlichen Wirtschaftsleistung. Link
  • Die deutschen Autobauer kritisieren mangelnde Aufmerksamkeit der Politik in Europa für die Industrie und fordern eine „kohärente Industriepolitik“ ein. Link
  • Barclays hat laut FT 16-Monate nach der Ankündigung des ambitionierten Asset Disposal Programms etwa 1/3 des geplanten Ziels erreicht. Die derzeitige Eurozonen Krise bremse die Fortschritte. CEO Bob Diamond kündigte an 2013 die Geschäftsbereiche mit der geringsten Profitabilität zu verbessern oder abzustoßen. Link
  • Vodafone und Telefonica wollen in Großbritannien beim Netzausbau enger zusammenarbeiten. Um den Ausbau zu beschleunigen, wollen sie ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Link
  • Heute wird um 10 Uhr Italiens Industrieproduktion (-0,5%mom) veröffentlicht. Zusätzlich platzieren die UK heute um 12:10 Uhr kurzlaufende Bills im Volumen von GBP5Mrd.

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und ein erholsames Wochenende!

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Über Bernd Veith

Im Jahr 2016 blicke ich auf eine 25 jährige Erfahrung im Investmentbereich zurück. Nach meiner Ausbildung zum Kaufmann und Abschluss des allgemeinen wirtschaftlichen Abiturs, studierte ich zunächst an der Justus Liebig Universität in Gießen Psychologie. 1991 begann ich meine Laufbahn im Investmentbereich bei der Tecis Holding AG in Hamburg. Nach dem Aufbau einer Vertriebskoordination für die Cato GmbH, einem Unternehmen der Tecis Holding AG, in Lich, Hessen, machte ich mich 1995 mit einer Investmentberatung für Privatkunden und Unternehmen in Frankfurt selbständig und gründetet 1998 zusammen mit Michael Müller die Müller & Veith GmbH in Frankfurt. Die Müller und Veith Investmentfonds Beratungs GmbH etablierte sich schnell als eines der führenden Unternehmen und Spezialist in Beratung sowie Execution von offenen Investmentanlagen für private sowie institutionelle nationale wie internationale Mandate. Viele innovative Neuerungen in der Darstellung von Depots und in der professionellen Beratung und Betreuung von Kunden, die heute als selbstverständlich gelten, wurden durch die Müller & Veith GmbH initiiert oder zumindest maßgeblich beeinflußt. Der Firmensitz der Müller & Veith GmbH wurde im Laufe der Unternehmensgeschichte von Frankfurt a. Main nach Friedberg/Hessen verlegt. 2016 entschloß ich mich, die Müller & Veith GmbH an Herrn Volker Stache zu verkaufen und konzentriere mich nun weiterhin auf das, was mir am wichtigsten ist. In der neuen Funktion als Seniorberater, stehe ich selbstverständlich weiterhin den Kunden der Müller & Veith GmbH zur Verfügung. In meinem neuen Unternehmen investment-know-how, biete ich meine 25 jährige Erfahrung im Vertrieb, Investmentbereich, Kundenberatung, Unternehmensaufbau und -optimierung und natürlich auch als Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet, in Form von Coaching, Consulting und Events im Bereich B2C und B2B an. Sprechen Sie mich dazu gerne an! Mein Lieblingszitat ist: "Du mußt das was du denkst auch wollen, du mußt das was du willst auch sagen und du mußt das was du sagst auch tun"! (Alfred Herrhausen)

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